ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2008Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter – Diagnostik, Ätiologie und Therapie: Primäres und sekundäres ADHS
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LNSLNS Vielen Dank für die gute und übersichtliche Darstellung des Krankheitsbildes im Erwachsenenalter. Einziger Kritikpunkt ist für mich die Einteilung in „primäres ADHS“ und „sekundäres ADHS“. Ich finde den Begriff „sekundäres ADHS“ äußerst unglücklich und verwirrend, da es sich hier meist um hirnorganische Psychosyndrome im weiteren Sinne handelt, die natürlich von der Symptomatik einem vorwiegend genetisch bedingten ADHS ähnlich sehen können. So würde man bei einem Patienten mit Frontalhirnsyndrom doch auch nicht von „sekundärem ADHS“ sprechen, auch wenn dieser die Kriterien bezüglich Unaufmerksamkeit, Konzentrationsstörung und Impulsivität ( beziehungsweise Affektlabilität ) erfüllen würde. Deswegen halte ich den Begriff „sekundäres ADHS“ bei der ohnehin schon schwierigen differenzialdiagnostischen Abklärung und den oft vorhandenen Komorbiditäten sowohl aus diagnostischen, als auch aus therapeutischen und prognostischen Gesichtspunkten eher für hinderlich.
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0765a

Dr. med. Andreas Vogel
Lavendelweg 1, 66424 Homburg/Saar
E-Mail: andreasvogel1101@web.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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Fachgebiet

Der klinische Schnappschuss

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