ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2008Einmal im Jahr Zoledronsäure senkt Frakturrisiko

MEDIZIN: Referiert

Einmal im Jahr Zoledronsäure senkt Frakturrisiko

Rösch, Wolfgang

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LNSLNS Die einmal jährliche Applikation einer Zoledronsäureinfusion über 15 Minuten in einer Dosierung von 5 mg senkt das Frakturrisiko von Wirbelsäule und Schenkelhals während eines Beobachtungszeitraums von drei Jahren um 70 %. Zu diesem Ergebnis kommt eine doppelblinde randomisierte Studie an 7 500 postmenopausalen Frauen im Alter zwischen 65 und 89 Jahren. Die Patientinnen wurden zu Beginn der Studie in zwei Behandlungsgruppen randomisiert, nämlich mit Osteoporosemedikation und ohne. Primärer Endpunkt waren neue vertebrale Frakturen und die Zahl der Oberschenkelfrakturen nach 36 Monaten. Die Behandlung mit Zoledronsäure (einmalige Infusion von 5 mg) reduzierte im Vergleich zur Placebomedikation das Risiko für Wirbelkörperfrakturen um 70 % innerhalb des dreijährigen Beobachtungszeitraums mit 3,3 % Frakturen unter Verum, 10,9 % unter Placebo, relatives Risiko 0,30; Konfidenzintervall 024–0,38. Die Rate an Schenkelhalsfrakturen sank um 41 % im Vergleich zu Placebo mit 1,4 % unter Verum und 2,5 % unter Placebo (Risiko 0,59; Konfidenzintervall 0,42–0,83). Unerwünschte Wirkungen wurden bei den Patientinnen in beiden Behandlungsarmen gleich häufig gefunden.

Allerdings fanden sich kardiale Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen in der Verumgruppe in 6,9 %, unter Placebo in 5,3 % der Fälle (p = 0,003). Da die Compliance bei täglicher Einnahme von Bisphosphonaten nur 80 % beträgt, könnte die einmalige intravenöse Applikation sich als vorteilhaft erweisen. Unter dieser Therapie waren eine signifikante Erhöhung der Knochendichte sowie eine signifikante Erniedrigung verschiedener Marker für den Knochenstoffwechsel zu verzeichnen. w

Black DM et al.: HORIZON Pivotal Fracture Trial: Once-yearly zoledronic acid for treatment of postmenopausal osteoporosis. N Engl J Med 2007; 356: 1809–22. E-Mail: dblack@psg.icsf.edu

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