ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2008Krankenhausbarometer 2008: Ärztemangel beeinträchtigt die Versorgung

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Krankenhausbarometer 2008: Ärztemangel beeinträchtigt die Versorgung

Dtsch Arztebl 2008; 105(45): A-2352 / B-2008 / C-1956

Rabbata, Samir

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Foto: dpa
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Trotz des drei Milliarden schweren Hilfsprogramms der Bundesregierung blicken die meisten Krankenhausträger sorgenvoll in die Zukunft. Bereits 2007 schrieb jedes dritte Krankenhaus rote Zahlen. Nur gut die Hälfte der Kliniken verbuchte einen Überschuss. Rund 17 Prozent wiesen ein ausgeglichenes Ergebnis auf. Für das Jahr 2009 erwarten zahlreiche Krankenhäuser einen weiteren Rückgang ihrer Jahresergebnisse. Demnach könnte der Anteil der Einrichtungen mit einem Überschuss auf rund 32 Prozent sinken. Diese Zahlen gehen aus dem Krankenhausbarometer 2008 der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hervor.

„Seit Jahren haben die Krankenhäuser nicht mehr so pessimistisch in die Zukunft geschaut“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum bei der Vorstellung der Umfrage. Der sorgenvolle Blick auf 2009 sei vor allem auf die schon bei der Abfrage bekannt gewesene Tarifkostenerhöhung zurückzuführen. Nach rund drei Prozent im laufenden Jahr müssten die meisten Kliniken von Januar an noch einmal um fünf Prozent höhere Löhne zahlen.

Das inzwischen beschlossene Hilfsprogramm der Großen Koalition bringt nach Meinung der DKG nur eine teilweise Entlastung. Mehr als 50 Prozent der Tarifkostensteigerungen und der überwiegende Teil der Sachkostensteigerungen müssten die Kliniken selbst aufbringen. Bekanntlich seien die Wirtschaftlichkeitsreserven der Krankenhäuser ausgeschöpft. Ohne akzeptable Refinanzierung der 6,7 Milliarden Euro großen Kostenlücke werde die Zahl der Krankenhäuser mit Verlusten weiter zunehmen. Zahlreiche Arbeitsplätze seien gefährdet.

Der Ärztemangel hat sich dem Krankenhausbarometer zufolge noch verschärft. Hätten 2006 noch gut 28 Prozent der Kliniken Probleme bei der Besetzung offener Arztstellen gehabt, klagten darüber inzwischen 67 Prozent. Bundesweit geht es demnach um hochgerechnet 4 000 unbesetzte Stellen im ärztlichen Dienst – gut dreimal so viele wie noch vor zwei Jahren. Jedes dritte betroffene Krankenhaus berichtet in der Studie von einer dadurch beeinträchtigten Patientenversorgung, jedes sechste vom verstärkten Einsatz von Wartelisten. SR
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