ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2008Arzneimittel bei Schwangeren: Informationen aus der Onlinedatenbank

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Arzneimittel bei Schwangeren: Informationen aus der Onlinedatenbank

Dtsch Arztebl 2008; 105(45): A-2354 / B-2010 / C-1958

Korzilius, Heike

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Häufig unterschätzt wird das Medikamentenrisiko in der Schwangerschaft und Stillzeit. Foto: Fotolia
Häufig unterschätzt wird das Medikamentenrisiko in der Schwangerschaft und Stillzeit. Foto: Fotolia
Mitte Oktober wurde die Datenbank „Arznei­mittel­therapie­sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit“ freigeschaltet. In dem frei zugänglichen, unabhängigen Online-Informationsangebot können sich Ärzte, Pharmazeuten, aber auch Laien über den wissenschaftlichen Erkenntnisstand zur Wirkung und zu Risiken einer Arzneimitteltherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit informieren. Zurzeit sind unter der Adresse www.arzneimittel-in-der-Schwangerschaft.de Angaben über 240 Substanzen verfügbar.

„Der Bedarf an Beratung ist erheblich“, sagte Dr. med. Christof Schaefer vom Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, das inhaltlich für das Angebot verantwortlich ist. Das Problem sei es, dass die Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit auf den Beipackzetteln und in der Roten Liste vielfach zu kurz und zu ungenau seien. Dadurch werde das Medikamentenrisiko häufig überschätzt. Die Folge: Notwendige Medikamente werden nicht verschrieben oder eingenommen, Schwangerschaften nach einer Medikamenteneinnahme abgebrochen, oder es wird unnötige invasive Diagnostik betrieben. Ein Informationsmangel könne aber auch dazu führen, dass Medikamente mit einem hohen Risiko für das Ungeborene verordnet würden, betonte Schaefer. Hier soll die Datenbank Abhilfe schaffen.

Den Aufbau der Datenbank hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium finanziell gefördert. Das Projekt ist Teil des Aktionsplans zur Verbesserung der Arznei­mittel­therapie­sicherheit 2008/2009. „Mit dem Aktionsplan lenken wir bewusst den Fokus auf bestimmte Patientengruppen“, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, Rolf Schwanitz. Im nächsten Jahr sollen deshalb die Belange alter und meist multimorbider Patienten in Altenheimen und in der Pflege im Vordergrund stehen. HK
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