ArchivDeutsches Ärzteblatt9/1996Wenn der Arzt plötzlich ausfällt: Hinterlassen Sie kein Chaos ... Partner und Mitarbeiter werden es Ihnen danken

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Wenn der Arzt plötzlich ausfällt: Hinterlassen Sie kein Chaos ... Partner und Mitarbeiter werden es Ihnen danken

Siewert, Stefan

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LNSLNSLNSLNS Wer mitten im Berufsleben steht, verdrängt regelmäßig jeden Gedanken an einen schweren oder sogar tödlichen Unfall, der Angehörige, Mitarbeiter und Patienten vor Probleme stellen kann. Vor allem ärztliche Einzelkämpfer hinterlassen oftmals einen Wust von Verträgen und Verpflichtungen, deren Aufarbeitung kostbare Zeit verschlingt.
Vor allem Freiberufler sollten rechtzeitig für Angehörige und Mitarbeiter den "Papierkram" ordnen, um eine Fortführung der Geschäfte zu ermöglichen, falls ihnen selbst etwas zustößt.
Nur wer schematisch vorgeht, kann einigermaßen sicher sein, keine wichtige Position zu vergessen. Deshalb: Besinnen Sie sich für einen Moment und nehmen Sie sich die Zeit, die folgenden Fragen zu beantworten:

1 Habe ich Vorsorge getroffen für Kranken­haus­auf­enthalt, Krankheitskosten, Berufsunfähigkeit und Finanzierungskredite der Praxis und Privatsphäre?


1 Wer bezahlt die Gehälter, die Miete und all die anderen Praxiskosten?


1 Was ist mit den Ausbildungskosten für meine Kinder?


1 Wie lange laufen eigentlich meine derzeitigen Absicherungen?


1 Decken meine derzeitigen Absicherungen noch alle erforderlichen Ausgaben, die im Laufe der Zeit beruflich und privat zusammengekommen sind?


Diese Liste läßt sich fortsetzen und je nach individu-ellen Verhältnissen personenspezifisch konkretisieren.
Es ist immer wieder festzustellen, daß gerade Ärzte trotz aller möglichen Investitionen im betrieblichen und privaten Bereich die Absicherungen für den Notfall nicht kongruent mitentwickeln, sondern häufig – oft aus Steuerersparnisgründen – Verpflichtungen auf sich nehmen, die im Notfall nicht mehr bedient werden können.

Sind Sie ausreichend versichert?
Es soll hier nicht einem Übermaß an Versicherungen das Wort geredet werden. Aber Sie sollten im jährlichen Rhythmus prüfen, ob Ihre finanziellen Belange noch stimmig sind. Eine Beratung beim Steuerberater und die Klärung der Frage nach den finanziellen Erfordernissen schafft für Sie und Ihre Nächsten Sicherheit und Zuversicht in die Zukunft.

Ist der Partner eingeweiht?
Kaum ein Arzt hat seine Papiere nachvollziehbar geordnet, falls ihm etwas passiert. Dabei ist stets auch der Fall zu betrachten, daß man (vorübergehend) nicht mehr in der Lage ist, Auskunft über seine Angelegenheiten zu geben. Wenn dann der Lebenspartner nicht den erforderlichen Einblick und Überblick über alle Belange hat, sind die Probleme vorprogrammiert. Eine Dokumentationsmappe, die alle vorhandenen Dokumente, Vertragsunterlagen, Urkunden und Verfügungen beinhaltet, hilft hier den Angehörigen oder auch vertrauenswürdigen Außenstehenden weiter, für die notwendigen Schritte zu sorgen. Daneben dient diese Dokumentationsmappe dem Arzt als Übersicht und Grundlage für eine jährliche Kontrolle, ob Neuerungen im abgelaufenen Jahr ausreichend im Rahmen eines vertraglichen und wirtschaftlichen Kontexts abgesichert sind oder ob ergänzende rechtliche oder wirtschaftliche Regelungen getroffen werden müssen.


Wer hat eine Vollmacht?
Zu guter Letzt ist zu fragen, ob Sie Ihren Ehepartner oder eine Vertrauensperson mit einer schriftlichen, sinnvollerweise notariellen Vollmacht ausgestattet haben, um für Sie, auch über den Tod hinaus, handeln zu können. Oder haben Sie zu Lebzeiten bereits Aufträge zur Abwicklung oder Regelung Ihrer Belange für den Notfall erteilt, die erst dann ihre Wirkung entfalten, wenn Hilfe erforderlich wird? Wenn nicht, dann kann nur empfohlen werden, solche Vereinbarungen zu treffen. Wenn nichts passiert, tut eine derartige Vereinbarung nicht weh. Wenn etwas passiert, ist sie hilfreich.
Stefan Siewert,
Steuerberater
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