ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2008Film- und Fernsehpreis des Hartmannbunds: Ausgezeichnete Filme

KULTUR

Film- und Fernsehpreis des Hartmannbunds: Ausgezeichnete Filme

Dtsch Arztebl 2008; 105(45): A-2399 / B-2041 / C-1987

Krahmer, Katja

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LNSLNS Ein gutes Thema allein macht noch keinen guten Film. Einmal jährlich wird deshalb ein Beitrag prämiert, der auch durch seine filmische Herangehensweise überzeugt.

Dr. Kuno Winn, Vorsitzender des Hartmannbunds, überreicht den Film- undFernsehpreis 2008 an Wolfgang Lemme. Foto: Katja Krahmer
Dr. Kuno Winn, Vorsitzender des Hartmannbunds, überreicht den Film- und
Fernsehpreis 2008 an Wolfgang Lemme. Foto: Katja Krahmer
Jedes Jahr im Spätsommer trifft sie traditionell in Bonn zusammen: die Jury des Film- und Fernsehpreises des Hartmannbunds. Kritisch schaut sie sich jeden einzelnen Beitrag an, den Filmschaffende – der jährlichen Ausschreibung des Ärzteverbandes folgend – in stetig steigender Zahl einreichen.

Wettbewerbsfähig sind Produktionen, die aktuelle Fragen und Probleme von Patienten und Ärzten überzeugend darstellen. Bei der Bewertung berücksichtigen die Jurymitglieder nicht nur inhaltliche, sondern auch formale Aspekte. Die Jury ist dafür optimal besetzt: Derzeit besteht sie aus Dr. med. Annette Tuffs (Leiterin Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät Heidelberg), Ute Pauling (Redakteurin beim WDR-Fernsehen), Wolfgang van den Bergh (Chefredakteur und Ressortleiter Gesundheitspolitik der Ärzte- zeitung) und Heinz Stüwe (Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes). Auch die zuständige Mitarbeiterin des Hartmannbunds passt in die Runde: Katja Krahmer, Redakteurin des Verbands, ist von Haus aus Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin.

Seit 1967 verleiht der Hartmannbund den Film- und Fernsehpreis, mit dem die mediale Thematisierung anspruchsvoller gesundheitspolitischer und medizinischer Inhalte gefördert werden soll. Ute Pauling, die Dienstälteste in der Jury, weiß zu berichten: „Ob Dokumentation, Gesundheitsmagazin, Reportage oder Spielfilm – ich habe schon unglaublich viele kreative Beispiele gesehen, wie sich besagte Themen ansprechend bis mitreißend vermitteln lassen.“ Neben Kreativität sind auch Emotionen gefragt: „Einmal hat die gesamte Jury geweint. Im Film ging es um das Mädchen Katharina, das behindert zur Welt kam und acht Jahre lang schwerstbehindert ein wundervolles Leben führte, bevor sie starb“, so Pauling. Der tiefgründige und trotz aller Trauer heitere Film „Die Geschichte von Katharina“ von Armin Maiwald wurde 1997 mit dem Film- und Fernsehpreis ausgezeichnet.

Für die WDR-Redakteurin ist er ein gutes Beispiel für die Vorgehensweise der Jury: „Während einige der wettbewerbsfähigen Beiträge bereits nach den ersten 30 Sekunden aus dem Rennen fallen, fesseln andere derart, dass man die DVD gar nicht anhalten mag.“ Eins sei dabei klar: Wenn einmal die Messlatte gelegt ist, haben es die nachfolgenden Beiträge schwer: Besser? Schlechter? Die wachsende Zahl der eingehenden Beiträge zeigt, dass Gesundheit und Gesundheitspolitik immer häufiger zum Thema von Fernsehbeiträgen und von Spielfilmen werden. Während sich die Zahl der Einsendungen in den Vorjahren von 30 auf 40 zubewegte, gingen 2008 insgesamt 56 Beiträge in das Rennen um die Hartmannbund-Trophäe. Da die Jury für ihr Urteil nur einen Tag Zeit hat, heißt das für sie, konzentrierter denn je zu arbeiten. Am Ende des „Schnelldurchlaufs“ stehen meist zwei, drei Favoriten fest, die die Jury noch einmal genauer unter die Lupe nimmt. Objektivität, inhaltliche Genauigkeit und die Sprache der Bilder – das sind die wichtigsten Kriterien bei der Ermittlung der Sieger durch die Jury.

Der undotierte Preis, der jeweils im Rahmen der Haupt­ver­samm­lung des Hartmannbunds verliehen wird, ist in der Szene etabliert. Die Anerkennung durch den sachverständigen Verband ist für die Filmschaffenden von hohem Stellenwert. Diesen Eindruck bestätigte auch der aktuelle Preisträger Wolfgang Lemme in seiner Dankesrede anlässlich der Preisverleihung am 24. Oktober. Stellvertretend für das gesamte Team erhielt der WDR-Redakteur die Auszeichnung für „Was ist los mit dem Zappelphilipp?“ aus der Reihe „Quarks & Co.“. Die Sendung ist ein Paradebeispiel eines in jeglicher Hinsicht ausgezeichneten Films: „gut komponiert“, „erklärend, aber nicht wertend“ – mit diesen und anderen Worten hat die Jury den Beitrag bewertet.
Katja Krahmer
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