ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2008Psychisch krank im Job: Führungskräfte sensibilisieren

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Psychisch krank im Job: Führungskräfte sensibilisieren

PP 7, Ausgabe November 2008, Seite 501

Bühring, Petra

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Die Leistungsfähigkeit sinkt, wenn eine psychische Störung vorliegt. Es ist also auch im Sinne des Arbeitgebers, auffälligen Mitarbeitern aktiv Hilfe anzubieten. Foto: Fotolia
Die Leistungsfähigkeit sinkt, wenn eine psychische Störung vorliegt. Es ist also auch im Sinne des Arbeitgebers, auffälligen Mitarbeitern aktiv Hilfe anzubieten. Foto: Fotolia
„Wissen über psychische Störungen ist in den meisten Unternehmen nicht vorhanden“, erklärte Norbert Breutmann von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) bei der Fachtagung „Psychisch krank im Job“, die der BDA gemeinsam mit der Familienselbsthilfe Psychiatrie (BApK e.V.) und dem BKK-Bundesverband Anfang Oktober in Berlin veranstaltete. Dies sei jedoch bedeutsam angesichts der zunehmenden Zahl von Arbeitsunfähigkeitszeiten und Frühberentungen aufgrund psychischer Störungen. Breutmann appellierte deshalb an die Firmen, Führungskräfte für Verhaltensauffälligkeiten der Mitarbeiter zu sensibilisieren.

Große Betriebe, wie die Daimler AG, leisten sich eine betriebseigene Sozialberatung. Der dort tätige Diplom-Psychologe Peter Winkler beobachtet bei Führungskräften oft „eine hohe Hemmschwelle und eine große Unsicherheit, Verhaltensauffälligkeiten anzusprechen“. Als Sozialberater kann er in Mitarbeitergesprächen moderieren, Ursachen herausfinden und den Betroffenen auch externe Therapiemöglichkeiten aufzeigen. Christian Gredig vom BApK forderte Arbeitgeber auf, eine „Kultur des offenen Umgangs“ zu pflegen und auffälligen Mitarbeitern aktiv Hilfe anzubieten. Denn: „Die Betroffenen wollen meist ihren Job weitermachen, er gibt ihnen Halt und Tagesstruktur.“ Problematisch werde es dann, wenn sie die Krankheit verheimlichen müssten.

Der BKK-Bundesverband und der BApK schulen und beraten Betriebe im Umgang mit psychisch Kranken: Beratungshotline 0 18 05/ 95 09 51 oder per E-Mail: beratung. bapk@psychiatrie.de. PB
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