ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2008Randnotiz: Schönheits-OP per Verlosung

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Randnotiz: Schönheits-OP per Verlosung

Dtsch Arztebl 2008; 105(46): A-2429 / B-2069 / C-2005

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Der Schönheitswahn treibt immer skurrilere Blüten und ruft skrupellose Geschäftemacher auf den Plan. Aktuelles Beispiel ist der Marketinggag einer Diskothek in Celle, die unter dem Motto „Kämpfe um deinen Traum“ Schönheitsoperationen in Polen verlost. Aspirantinnen für größere oder kleinere Brüste werden aufgefordert, sich über das Internet zu bewerben. Die per Onlinevoting ermittelten zehn „Finalteilnehmerinnen“ müssen sich dann einem Wettbewerb in der Diskothek stellen. Dazu gehören das Zerbeißen gefüllter Luftballonbrüste, Karaokesingen und Körperbemalung. Sechs Tage später wird die Gewinnerin zum fest terminierten Eingriff in Posen erwartet. Nach dem Eingriff steht ein Fotoshooting für den Diskothekenflyer auf dem Programm.

„Damit erreicht das Herunterspielen der weitreichenden Konsequenzen und Risiken ästhetischer Eingriffe seinen vorläufigen Höhepunkt“, kritisiert Prof. Dr. med. Christian Gabka, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. „Der Unterhaltungswert für eine Diskothek ist damit sicher gegeben, dem Ernst einer Operation wird aber wohl kaum Rechnung getragen.“

Dem Publikum seien vermutlich weder die medizinischen noch die finanziellen Risiken dieser Aktion klar, betont Gabka. Komplikationen wie eine Kapselfibrose oder Wundheilungsstörungen seien immer möglich. Zudem müsse den Teilnehmerinnen klar sein, dass ihre Krankenkasse dazu verpflichtet ist, sie an den Folgekosten zu beteiligen. Der Marketinggag unterstütze zudem das Vorurteil, dass jede Person ihr Aussehen beliebig und gefahrlos durch eine Operation verändern lassen könne.
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