ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2008Neonatologie: Intensiveinheiten in der Fläche nötig
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In mehreren Artikeln hat sich das DÄ mit der neonatologischen Versorgung in Deutschland beschäftigt. Die Frage, wie viele Perinatalzentren an welchen Orten vorgehalten werden sollen, wird dabei ausschließlich fokussiert auf die Frage der Behandlung sehr kleiner Frühgeborener. Diese Fokussierung ist überaus gefährlich. Gerade in der Fläche wird eine qualitativ gute, neonatologische Versorgung für den unerwarteten neonatologischen Notfall auch beim reifen Neugeborenen dringend benötigt. Dies sind Kinder, die nach unkomplizierter Schwangerschaft am errechneten Termin unter der Geburt plötzlich in eine Notfallsituation geraten (Plazentablutungen, Nabelschnurkomplikationen, Mekoniumaspiration u. v. a. ). Diese Kinder werden heute in den kleineren Perinatalzentren (Level I und Level II ) kompetent mit viel Erfahrung betreut und haben dadurch in den meisten Fällen sehr gute Langzeitprognosen. Durch eine weitere Konzentration neonatologischer Kompetenz auf wenige Perinatalzentren besteht die große Gefahr, dass diese Kinder in Zukunft durch lange Anfahrtswege eines neonatologischen Teams ernsthaften Schaden nehmen. Es ist absolut unerlässlich, dass den Kinderkliniken in der Fläche weiter die Möglichkeit gegeben wird, funktionierende, neonatologische Intensiveinheiten zu betreiben. Dazu gehört z. B. auch, dass die Perinatalzentren Level I verpflichtet werden, die sehr kleinen Frühgeborenen nach Stabilisierung z. B. ab der rechnerisch 32. SSW heimatnah in die Abteilungen des jeweils niedrigeren Levels zu verlegen.
Dr. Jochen Rübo, Ruppenthaler Weg 33,
47533 Kleve
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