ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2008Weltaidskonferenz: Skepsis berechtigt
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In ihrem informativen Kurzreport zu den ernüchternden Ergebnissen der 17. Weltaidskonferenz in Mexiko City erwähnt Frau Dr. Zylka-Menhorn eine begonnene neue, in Präexpositionsprophylaxe mit antiretroviralen Medikamenten gesetzte Hoffnung. Die Wirksamkeit solcher situationsbezogener Prophylaxe wurde bezweifelt, da nur im Zusammenwirken mehrerer Präventiv- und Therapieformen die Rate der HIV-Neuinfektionen gesenkt werden könne. Diese Einsicht ist logisch, Skepsis aber noch berechtigt. Denn: Wie soll das präventive Ziel erreicht werden? Sind z. B. Neuauflagen der Kondomkampagnen noch sinnvoll? Hierzu zwei konträre Ergebnisse aus Afrika: In der Südafrikanischen Union ließ sich trotz massiver Kondomwerbung die HIV-Rate nicht eindämmen. In Uganda dagegen gelang es der Regierung seit 1992 (mit den Kirchen im Bunde), sie von 18 auf derzeit 6,7 Prozent zu senken – Ergebnis eines auf sexuelle Enthaltsamkeit der jungen unverheirateten Einwohner hinwirkenden Aktionsprogramms. Kondome allein lösen also nicht die vielschichtige Problematik der HIV-Verhütung. Auch hierzulande haben sich plakative Parolen („Safer sex“, „mach’s mit“) abgenutzt, Neuinfektionen wieder zugenommen . . .
Prof. Dr. med. Otto P. Hornstein, Danziger Straße 5, 91080 Uttenreuth
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