ArchivDeutsches Ärzteblatt18/1997Azithromycin bei Helicobacter pylori: Kurzzeiteradikation mit Tripeltherapie

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Azithromycin bei Helicobacter pylori: Kurzzeiteradikation mit Tripeltherapie

Petersen, Ursula

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LNSLNS Zu den bisherigen Indikationsgebieten des Kurzzeitmakrolids Azithromycin (Zithromax®, Mack, Pfizer, Bayer) - Infekte der oberen und unteren Atemwege, der Otitis media, der Haut- und Weichteilinfektionen, unkomplizierte Genitalinfekte - ist die Eradikation von Helicobacter pylori hinzugekommen. Bei einem Symposium "Neue Aspekte der antibiotischen Kurzzeittherapie", das vom Unternehmen von Pfizer in Köln veranstaltet wurde, stellte Dr. med. Werner Dohmen (Aachen) eine neue Tripeltherapie vor als Alternative zum Bologna- und Bordeaux-Schema. Sie gilt inzwischen als das "Aachener Schema".
Behandelt wird mit ! 80 mg Pantoprazol (2x täglich 1 Tablette) kombiniert mit ! 2 000 mg Tinidazol (1x tägl. 2 Tabletten), und mit ! 500 mg Azithromycin (1x tägl. 2 Tabletten)
über einen Zeitraum von sechs Tagen. Dohmen therapierte in einer eigenen Praxis-Studie 300 Patienten mit dem Aachen-Schema mit einer Erfolgsrate von 96 Prozent. Azithromycin erreicht eine hohe Konzentration an der Magenschleimhaut und wirkt auf die Helicobacter pylori adhäsionshemmend, so daß dann in der Mukosa Tinidazol angreifen kann. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist eine entsprechende Compliance. Hier bietet die Kurzzeittherapie einen entscheidenden Vorteil. Gegenüber den Tripeltherapien Bologna und Bordeaux zeigen sich außerdem weniger Nebenwirkungen. Beobachtet wurden reversible Diarrhöen und Metallgeschmack. Dohmen wies darauf hin, daß bei vorhandenem Ulkus eine Eradikation von Helicobacter pylori sehr effektiv ist. Die Kurzzeiteradikation sei eine kausale Therapie mit niedriger Rezidivrate, die auch zur Karzinomprophylaxe beitrage und sich als ökonomisch erweise. Selbst wenn die Medikamente teuer sind, so werden doch Kranken­haus­auf­enthalte gespart.
Dohmen erwähnte, daß in Deutschland immer noch zu fast 50 Prozent die inzwischen überholte Dual-Therapie praktiziert würde. Ebenso sei die Quadrupel-Therapie (Protonenpumpenhemmer, Wismutsalz, Tetrazyklin und Metromidazol) wegen hoher Nebenwirkungen abzulehnen. Eine Eradikation von Helicobacter pylori, wenn keine gastrointestinalen Beschwerden vorliegen, wird weiterhin kontrovers diskutiert. Da es sich um eine Infektionskrankheit handelt, wäre Impfen die Lösung. Eine entsprechende Vakzine ist in Vorbereitung und könnte in zirka fünf Jahren zur Verfügung stehen. Ursula Petersen
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