ArchivDeutsches Ärzteblatt18/1997Rainer-Junghanns-Ausstellung: Der Schafskopf trifft den Schmetterling

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Rainer-Junghanns-Ausstellung: Der Schafskopf trifft den Schmetterling

Planko, Tanja

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LNSLNS Das thüringische Schmalkalden ist ein Ort mit historischer Vergangenheit: dort fand 1531 der Schmalkaldische Krieg des Verteidigungsbündnisses der pro-testantischen Reichsstände gegen die Religionspolitik Karls V. statt. Den Düsseldorfer Künstler Rainer Junghanns verbindet die Vergangenheit ebenfalls mit diesem Ort: "Mein Onkel ist auch Künstler und lebt dort in der Gegend. Durch ihn bin ich 1969 zum ersten Mal mit der Malerei in Berührung gekommen", stellt er fest.
Heute spielt die Malerei und die Erfahrung durch Malerei im Werke Junghanns’ immer noch eine Rolle. Es findet jedoch ein Hin- und Herpendeln zwischen dem Medium Malen und dem Medium Zeichnen statt. Hinzu kommen Arbeiten, die malerische und zeichnerische Elemente verbinden. Durch die Arbeit an Collagen kristallisiert sich immer mehr eine Tendenz hin zu Installationen heraus.
Bei der Ausstellung "Der Schafskopf trifft den Schmetterling" im Schloß Wilhelmsburg, Schmalkalden, sind neben den Installationen Bleistiftzeichnungen und vermeintlich schwarzweiße Malereien zu sehen. Diese liegen auf dem Boden zu "Beeten" angeordnet. "Dadurch möchte ich Werkstattmomente evozieren, da die Arbeiten so gezeigt werden, wie sie entstehen", erläutert der Künstler. Junghanns’ Zeichnungen entstehen auf großen Papierbahnen. Aus diesen werden dann im nächsten Arbeitsschritt Fragmente ausgeschnitten und durch Passepartouts fokussiert.
Eine Aussage der Kunsthistorikerin Doris Krystof, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, über Rainer Junghanns’ Zeichnungen läßt sich auch auf seine Installationen übertragen: "Junghanns’ Arbeiten auf Papier erwecken zunächst den Eindruck von hermetischer Verschlossenheit, als wollten sie dem Betrachter nur allmählich ihr Geheimnis preisgeben." Beim genaueren Hinsehen überträgt sich - vielleicht - ein Gefühl der Spannung oder Entspannung, der Ruhe oder Unruhe auf den Betrachter. Jede der Installationen enthält auf diese Weise etwas Gegensätzliches.
Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Mai im Schloß Wilhelmsburg, Schloßberg 9, 98574 Schmalkalden, zu sehen. Informationen: Telefon 0 36 83/40 31 86. Tanja Planko
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