ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2008Interview: „Opa Doktor“ ist keine Lösung
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Neid und Missgunst sind die Ursache allen Übels: Da sind es mal 2,7 Milliarden Euro für den ambulanten Bereich und drei Milliarden Euro für ca. 2 000 Krankenhäuser an basaler Nothilfe, die dies schon auslösen, die jedoch damit lediglich Jahrzehnte der Aushungerung punktuell wettmachen sollen. Solche „Peanuts“ setzen manche dem Gemeinwohl dienenden staatlichen Banken mühelos mit ein paar automatisierten Überweisungen an US-Pleitiers in Sekunden in den Sand. Die Ärzte gelten gemeinhin als Großverdiener, niemand reflektiert jedoch, welche immensen Leistungen das System erbringt, wohl nirgendwo so üppig in Europa. Prof. Hoppe spricht die schon ewig bekannte fortschreitende Vergreisung der Ärzteschaft an. Nein, eine Lösung ist es nicht, wenn der „Opa Doktor“ arbeitet, bis er selbst hilfebedürftig ist. Liebe deutsche Ärzte: Beschäftigt euch doch mal mit eurer eigenen internen Umgangs- und Leitkultur, den überkommenen Hierarchien, in denen Frauen fast immer den Kürzeren ziehen, den strukturell bedingten Fehlberufungen – als wissenschaftliche Arbeit längst nachlesbar . . . Der ärztliche Nachwuchs beherrscht Sprachen wie keine Generation vorher, die Besten aus den jetzt kommenden Jahrgängen gehen – meist schon in jungen Jahren – ins Ausland, ob als Wissenschaftler, Kliniker oder niedergelassen . . . Ob der schieren Größe Deutschlands als voluminösester Binnenmarkt für Gesundheitsleistungen Europas merkt wohl niemand mehr, dass das Gesundheitswesen fast überall in Europa und in den Industrienationen der Welt längst völlig anders tickt und der Arzt dort ein von Grund auf anderes Standing hat . . .
Gerhard Schuster, 11, rue Scribe, F-75009 Paris
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