ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2008Kulturkalender: Fruchtbare Beziehungen

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Kulturkalender: Fruchtbare Beziehungen

Dtsch Arztebl 2008; 105(47): A-2537 / B-2155 / C-2077

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Foto: Schirn-Kunsthalle Frankfurt
Foto: Schirn-Kunsthalle Frankfurt
Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BIELEFELD
30. November 2008 bis
22. Februar 2009:
Sonja Delaunay in Bielefeld
1958 bis 2008
Die russisch-französische Malerin (1885 bis 1979) heiratete 1910 Robert Delaunay. Mit ihm entwickelte sie eine vom Kubismus ausgehende Variante der abstrakten Malerei. Im Mittelpunkt von Sonja Delaunays Werk steht die Auseinandersetzung mit der Dynamik von Farben und Farbformen. Ihren Gemälden gehen zahlreiche Studien voraus, die sich mit der Darstellung von Licht, Farbe und Bewegung auseinandersetzen. Vom Textildesign über die Buchgestaltung bis hin zur Bühnenausstattung – etwa für Serge Diaghilews „Ballets Russes“ – übertrug die Künstlerin diese Prinzipien auch auf die Alltagskultur. Sie wurde damit zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der Art-déco-Bewegung. Die Übersichtsschau knüpft an ihre große Retrospektive 1958 in Bielefeld an.
Kunsthalle, Artur-Ladebeck-Straße 5, Di.–So. 11–18, Mi. 11–21, Sa. 10–18 Uhr

FRANKFURT AM MAIN
bis 4. Januar 2009:
Peter Doig
Filme wie Almodóvars „Volver“ oder Antonionis „The Passenger“, zu denen Doig die Filmposter schuf, sind dem breiten Publikum wahrscheinlich bekannter als er selbst. Dennoch gilt der 1959 in Edinburg geborene und in Trinidad und Kanada aufgewachsene Künstler heute als einer der international einflussreichsten Maler der Gegenwart. Anhand von rund 50 Gemälden, einer Gruppe von Arbeiten auf Papier und circa 130 gemalten Filmpostern zeigt die Schirn-Kunsthalle einen umfassenden Überblick über sein Schaffen der letzten 20 Jahre. Dieses ist geprägt von den wechselnden Umgebungen und Gesellschaften, in denen der Künstler gelebt hat: die gefrorenen Seen seiner Kindheit in Kanada, die schillernde Metropole London oder die karibischen Landschaften und urbanen Szenerien Trinidads. Nachdem er Ende der Achtzigerjahre in Montreal als Kulissenmaler in der Filmbranche sein Geld verdiente, kehrte er 1989 nach London zurück und schrieb sich an der Chelsea School of Art ein. Von da an entstanden viele Werke, die den Grundstein für sein späteres Schaffen und seinen nun schnell einsetzenden Erfolg in der Kunstwelt bildeten: unheimlich wirkende Landschaftsbilder unter dem Einsatz von leuchtenden Ölfarben, im Bild „Figures in Red Boat“ (2005–2007).
Schirn-Kunsthalle, Römerberg, Di. und Fr.–So. 10–19, Mi./Do. 10–22 Uhr

KÖLN
bis 8. Februar 2009:
Künstlerpaare – Liebe,
Kunst und Leidenschaft
Rund 100 Exponate erzählen vom Einfluss der Liebe auf die Kunst. Die Ausstellung blickt dazu auf das Werk und die Beziehung von 13 Künstlerpaaren: Ob harmonisch wie bei Hans Arp und Sophie Täubner-Arp, ob leidenschaftlich-wechselvoll wie bei Frida Kahlo und Diego Rivera oder exzentrisch wie bei Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely – alle Verbindungen zeigen, wie stark sich die emotionale Ebene auf die Kreativität der Paare auswirkte. Bei der Auswahl kam es den Kuratoren darauf an, dass beide Partner gleichberechtigt und gleichwertig künstlerisch arbeiteten.
Wallraf-Richartz-Museum und Fondation Corboud, Obenmarspforten , Di./Mi./Fr. 10–18, Do. 10–22, Sa./So. 11–18 Uhr

MÜNCHEN
bis 22. Februar 2009:
Kandinsky – Absolut. Abstrakt
Eine grandiose Werkschau richten die drei weltweit am besten mit den Bildern Wassily Kandinskys bestückten Museen dem Mitbegründer der ungegenständlichen Malerei aus. Erste Station ist das Lenbachhaus: Die hauseigene Sammlung aus der Zeit des „Blauen Reiter“ bis 1914 wird ideal ergänzt durch Leihgaben des Centre Pompidou, die während der Russischen Revolution und seiner Zeit am Bauhaus entstanden. Das Spätwerk aus den Pariser Jahren 1933 bis 1944 steuerte das New Yorker Guggenheim-Museum bei. Parallel zu den rund 90 Gemälden wird auch das 230 Blätter umfassende druckgrafische Werks Kandinskys gezeigt.
Kunstbau und Städtische Galerie im Lenbachhaus, Luisenstraße 33/Königsplatz, Di.–So. 10–22 Uhr

Foto:Temporäre Kunsthalle Berlin
Foto:Temporäre Kunsthalle Berlin
der besondere Tipp

Individualität in der Massenkultur
Sie fragt nach Mythos, Idol, Projektion und Identität, untersucht in eindrucksvollen Videoporträts die Massenwirkung von Popkultur. Dafür ließ sie Fans von John Lennon, Michael Jackson und Madonna in Karaokemanier Lieder ihres Popstars nachsingen und filmte ihre individuelle Mimik und Körpersprache. Ihre aktuellste Arbeit „Him“ zeigt den Schauspieler Jack Nicholson parallel auf sieben Monitoren in verschiedenen Rollen. Der Südafrikanerin Candice Breitz, die in Berlin lebt, ist die erste von acht Ausstellungen in der neu eröffneten Temporären Kunsthalle gewidmet (Part I: bis 27. November; Part II: 28. November bis
28. Dezember).
„Inner + Outer Space“: Temporäre Kunsthalle Berlin, Schlossplatz, Berlin-Mitte, tgl. 11–18, Mo. 11–22 Uhr
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