ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2008Bologna-Prozess: Ärzte wollen Ausnahme für die Medizin

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Bologna-Prozess: Ärzte wollen Ausnahme für die Medizin

Dtsch Arztebl 2008; 105(48): A-2550 / B-2166 / C-2086

Richter-Kuhlmann, Eva

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Kein Bachelor- Master-System in der medizinischen Ausbildung – darin sind sich Deutschlands und Frankreichs Ärzteschaft einig. Foto: Caro
Kein Bachelor- Master-System in der medizinischen Ausbildung – darin sind sich Deutschlands und Frankreichs Ärzteschaft einig. Foto: Caro
Die französische Ärzteschaft lehnt ebenso wie die deutsche das zweistufige Bachelor-Master-System in der medizinischen Ausbildung ab. „Wir haben die große Sorge, dass die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen im Medizinstudium zu erheblichen Qualitätseinbußen in der Patientenversorgung führt“, erklärten der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, und der Präsident des französischen Conseil National de l’Ordre des Médicins, Dr. Michel Legmann. Während der Konsultationen beider Organisationen Mitte November in Berlin betonten sie, dass sie grundsätzlich die Ziele des Bologna-Prozesses und die Mobilität von Studierenden unterstützten. Die Medizin könne aber nicht wie andere Studiengänge in ein berufsqualifizierendes Basisstudium und einen weiterführenden Masterabschluss geteilt werden.

Schwerpunkt der deutsch-französischen Konsultationen war die Mobilität von Ärztinnen und Ärzten in Europa. Die Gespräche sollen dazu beitragen, die gegenseitige Anerkennung der Aus- und Weiterbildung zu verbessern. „Teilweise kam es zu Missverständnissen über den Ablauf des Studiums im jeweiligen Land“, erläuterte Dr. Ramin Parsa-Parsi, Leiter des Auslandsdienstes der BÄK, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. So gelten die Franzosen beispielsweise auch während ihrer Weiterbildung noch als Studierende. Die Delegationen stimmten außerdem darin überein, dass die Arbeit im Ständigen Ausschuss der Europäischen Ärzte (CPME) eine wichtige Rolle bei der Bewältigung gemeinsamer Aufgaben spielen kann. Beide Seiten erklärten sich bereit, in der CPME-Arbeitsgruppe ihren Beitrag zur Entwicklung eines Reformpakets zu leisten. ER
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