ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2008Prospektive Langzeitstudie: Körperfettverteilung beeinflusst die Mortalität

MEDIZINREPORT

Prospektive Langzeitstudie: Körperfettverteilung beeinflusst die Mortalität

Dtsch Arztebl 2008; 105(48): A-2570 / B-2182 / C-2101

Zylka-Menhorn, Vera

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Ein großer Taillenumfang fördert die Entwicklung chronischer Erkrankungen und erhöht das Mortalitätsrisiko. Foto: Novo Nordisk Pharma GmbH
Ein großer Taillenumfang fördert die Entwicklung chronischer Erkrankungen und erhöht das Mortalitätsrisiko. Foto: Novo Nordisk Pharma GmbH
Starkes Übergewicht, ein großer Taillenumfang, aber auch ein Körpergewicht am unteren Ende des Normalbereichs sind bei Menschen um die Fünfzig mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden. Das geringste Risiko haben Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 24,3 und Männer von 25,3. Das sind die Ergebnisse der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition Study (EPIC), einer prospektiven Studie, die seit 1992 die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-II-Diabetes untersucht.

„Das wichtigste Ergebnis unserer Untersuchung ist, dass das Übergewicht an sich, aber auch unabhängig davon, die Körperfettverteilung das Sterblichkeitsrisiko eines Individuums beeinflussen“, sagt Tobias Pischon vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung als Erstautor der Studie (New England Journal of Medicine 2008). Denn das Bauchfett sei nicht nur ein Energiespeicher, sondern es produziere auch Botenstoffe, die die Entwicklung chronischer Erkrankungen förderten. Dies könne zum Teil erklären, warum auch schlanke Menschen mit einem niedrigen BMI, aber großen Taillenumfang ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko besäßen.

Der Untersuchung liegen die Daten von 359 387 Teilnehmern aus neun europäischen Ländern zugrunde. Deren Durchschnittsalter lag zum Zeitpunkt der ersten Datenerhebung bei 51,5 Jahren. 65,4 Prozent der Teilnehmer waren weiblich. Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 9,7 Jahren starben 14 723 der Studienteilnehmer. Teilnehmer mit einem hohen BMI starben im Vergleich zu Teilnehmern mit mittlerem BMI häufiger an Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studienteilnehmer mit einem niedrigen BMI starben hingegen häufiger an Erkrankungen der Atmungsorgane. zyl

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