ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2008Asthma bronchiale – Diagnostik und Therapie im Erwachsenenalter: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Asthma bronchiale – Diagnostik und Therapie im Erwachsenenalter: Schlusswort

Bronchial Asthma: Diagnosis and Long-Term Treatment in Adults: In Reply

Dtsch Arztebl 2008; 105(48): 842; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0842b

Ukena, Dieter

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LNSLNS Der Kollege Visser betont einige wichtige Aspekte der Indikation für Montelukast, welche in der Tat Besonderheiten aufweist.

Wir weisen auf den informativen und inhaltlich präzisen Therapiehinweis des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (GBA) zu Montelukast vom 15. 11. 2007 hin (Dtsch Arztebl 2008; 105 (18): A 966–8). Montelukast ist zugelassen als Zusatzbehandlung bei Patienten, die unter einem leichten bis mittelgradigen persistierenden Asthma leiden, das mit einem inhalativen Kortikosteroid (ICS) nicht ausreichend behandelt und durch die bedarfsweise Anwendung von kurzwirksamen b2-Sympathomimetika nicht ausreichend unter Kontrolle gebracht werden kann.

In einer derartigen Konstellation ist die Kombination von einem inhalativen Kortikosteroid mit langwirksamen b2-Sympathomimetika die Therapie der ersten Wahl.

Aufgrund der hohen Therapiekosten kommt Montelukast nur dann zum Einsatz, wenn keine der anderen Behandlungsoptionen infrage kommt. Montelukast als Monotherapie des Asthmas ist ab einem Alter von 15 Jahren nicht zugelassen. Auch für schwergradiges persistierendes Asthma in allen Altersstufen ist es nicht zugelassen. Bei Patienten ab 15 Jahren, für die Montelukast bei Asthma angezeigt ist, können die 10 mg-Filmtabletten die Symptome einer saisonalen allergischen Rhinitis lindern.

Der dargestellte Vorschlag einer Therapie von Asthma und allergischer Rhinitis mit jeweils einem inhalativen Kortikosteroid und Montelukast ist prinzipiell vorstellbar.

Bei Kindern zwischen zwei und 14 Jahren mit leichtem persistierendem Asthma ist eine Monotherapie mit Montelukast nur dann indiziert, wenn keine schwerwiegenden, mit systemischen Kortikosteroiden zu behandelnden Asthmaanfälle aufgetreten waren, und wenn die Kinder nicht in der Lage sind, Kortikosteroide zu inhalieren oder gravierende Nebenwirkungen auftreten.

Es wird hervorgehoben, dass angesichts der heutigen Möglichkeiten zur Inhalation diese Ausnahme selten sein dürfte.

Außerdem kann Montelukast zur Vorbeugung von Belastungsasthma eingesetzt werden.
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0842b

Prof. Dr. med. Dieter Ukena
Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin
Interdisziplinäres Lungenzentrum
Klinikum Bremen-Ost
Züricher Straße 40
28325 Bremen
E-Mail: dieter.ukena@klinikum-bremen-ost.de

Interessenkonflikt
Prof. Ukena hat Honorare für Vorträge erhalten von: Altana, AstraZeneca,
GlaxoSmithKline, Boehringer Ingelheim.

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