ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2008Bilanz der Qualitätssicherung ambulanter Koloskopien nach 245.000 Untersuchungen: Endpunktevaluation unzureichend
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LNSLNS Die Kollegen Mansmann et al. beschreiben eindrucksvoll, wie mit gut erhobenen Daten die Prozessqualität eines Früherkennungsprogramms umfassend und transparent beschrieben werden kann. In ihrem Artikel mahnen die Autoren aber „eine umfassende Evaluation der Koloskopie als Mittel der Prävention kolorektaler Karzinome“, also auch die Evaluation der Ergebnisqualität an. Diese Forderung ist ausdrücklich mit der Nutzung von epidemiologischen Krebsregistern zu verbinden. Hier liegen bereits alle für die Endpunktevaluation benötigten Daten in hoher Qualität vor.

Anders als beim Mammografie-Screening sind beim Darmkrebs-Screening aber Qualitätssicherung und Evaluation nicht an die Krebsregister gekoppelt. So müssen die Autoren auch zwangsweise einen ganz wesentlichen Qualitätsindikator von Screeningprogrammen, die Intervallkarzinomrate, aussparen. Aber auch Aussagen über die bevölkerungsbezogenen Effekte der Koloskopie wie Änderung der Inzidenz und Mortalität von Darmkrebs bei Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern oder die Beurteilung der Tumorstadienverteilung in der Zielbevölkerung können ohne die (international übliche) Einbeziehung der Krebsregister in das Früherkennungsprogramm nicht getroffen werden.

Hinsichtlich dieser Punkte sollte sich das Darmkrebs-Screening zukünftig an der Evaluation des Mammografie-Screenings orientieren.
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0843a

PD Dr. med. Alexander Katalinic
Institut für Krebsepidemiologie e.V.
Universität zu Lübeck
Beckergrube 43–47
23552 Lübeck
E-Mail: alexander.katalinic@krebsregister-sh.de

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