ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2008IV-Verträge: Versäultes Denken
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Dank an die Autoren und das DÄ für den ausführlichen Artikel zum Zukunftsthema integrierte Versorgung. Und trotzdem – IV hat im Alltagsleben aller Gesundheitsberufe nicht den Platz, den sie aus volkswirtschaftlichen und berufspolitischen Gründen haben muss! Wer klagt nicht über zu hohe Arbeits-, Dokumentationsbelastung, über zu enge Budgets. Die Ressourcen sind nun einmal begrenzt – ein nachhaltiger Weg zu gleichermaßen wirtschaftlicher und qualitativ hochwertiger Versorgung bei realistischer Arbeitsbelastung der Ärzte kann die IV sein. Gute und langlebige Beispiele gibt es punktuell bereits. Das Denken der Leistungserbringer, voran von uns Ärzten, ist noch immer – historisch gewollt – viel zu versäult, wir gehen noch immer nicht aufeinander zu. Wir warten als Berufsgruppe ab. Dabei haben wir das primäre Interesse am Gesamtgelingen der Versorgung unserer Patienten, dabei ist uns Prävention ein Grundanliegen. Wir wissen um die Vorteile, die dieser Ansatz, wenn er denn gelebt würde, über Jahre und Jahrzehnte bei einer Patientenkarriere haben kann . . . Der große Bereich der stationären Pflegeheime mit Hunderttausenden an multimorbiden Bewohnern wird nicht in diesem ausführlichen Statusartikel erwähnt. Diese Patienten, oft als Pflegeversicherte eingestuft, sind überhaupt nicht im Fokus bisheriger Überlegungen der IV. Auch nicht in der Politik! Gerade diese in vielerlei Hinsicht Hilfsbedürftigen irren durch ein schon für uns schwer zu überblickendes Gesundheitssystem mit der überlebten starren Auftrennung in Pflegeversicherung und Kran­ken­ver­siche­rung . . .
Dr. med. Lars Wohlfahrt, Osterfelddamm 12, 30627 Hannover
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