ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2008Kaiserschnitt: Skandalös
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Dass ein Artikel im DÄ mit einer Lobpreisung der Geburt in der heimischen Badewanne endet, ist schlichtweg skandalös! Wer wie ich zehn Jahre in einer Frauenklinik mit 1 600 bis 1 900 Entbindungen pro Jahr gearbeitet hat, weiß, wie enorm schnell aus einer „fantastischen Geburt“ ein dringender Notfall wird, der allerschnellstes und bestorganisiertes Handeln erforderlich macht. Wer dann trotz schnellstmöglicher Schnittentbindung ein nahezu tonusloses Kind entwickelt hat, um das sich die im Standby befindlichen Kinderärzte bemühen und das zunächst intubiert und beatmet auf die pädiatrische Intensivstation verlegt werden muss, kann das Gesäusel über die gewohnte Umgebung, die familiäre Atmosphäre und die Geburt bei Kerzenlicht und leiser Musik nicht mehr hören. Ist dieser Brief subjektiv? Zum Teil sicherlich. Ich möchte der Subjektivität der verletzten Narbentorsos die Subjektivität einer Mutter eines geistig und körperlich schwerstbehinderten Kindes gegenüberstellen und fragen, ob sie die Narbe nicht gerne in Kauf genommen hätte. Die Schnittentbindung ohne medizinische Indikation kommentiere ich nicht, eines aber ist eine Tatsache: Hausgeburten sind wie unangeschnalltes Autofahren: Meistens geht’s gut.
A. J. Pieschel-Kammerer, Gutenbergstraße 88, 74074 Heilbronn
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