ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2008Polyvalente Immunglobuline: Privigen ist haltbar bei Raumtemperatur

PHARMA

Polyvalente Immunglobuline: Privigen ist haltbar bei Raumtemperatur

Dtsch Arztebl 2008; 105(48): A-2595

Leinmüller, Renate

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Inhibition der IgG-Dimerbildung: L-Prolin kann die hydrophoben Domänen der IgGMoleküle (gelb) abschirmen und so die Dimerbildung einschränken. Foto: CSL-Behring GmbH
Inhibition der IgG-Dimerbildung: L-Prolin kann die hydrophoben Domänen der IgGMoleküle (gelb) abschirmen und so die Dimerbildung einschränken. Foto: CSL-Behring GmbH
Die gebrauchsfertige Flüssigformulierung ist eine zehnprozentige Immunglobulinlösung zur intravenösen Verabreichung.

Polyvalente Immunglobuline werden – zugelassene Indikationen und Off-label-Gebrauch zusammengenommen – bei mehr als 80 Erkrankungen erfolgreich eingesetzt. Dazu zählt die Immunmodulation bei Autoimmun- und Nichtautoimmunerkrankungen, aber auch bei einer Reihe von Erkrankungen unklarer Genese. Die Behandlung sei absolut virussicher, erklärte Prof. Abdulgabar Salama (Berlin) in Frankfurt am Main als federführender Autor der entsprechenden Leitlinie der Bundes­ärzte­kammer. ´

Hohe Konzentration und gleichzeitig gute Stabilität bei Raumtemperatur – beide Prämissen waren bei polyvalenten Immunglobulinen nicht einfach zu kombinieren. Durch den Ersatz des bisherigen Stabilisators mit L-Prolin ist es CSL- Behring gelungen, ein Produkt mit zehnprozentiger Konzentration herzustellen, das bei Raumtemperatur mindestens 24 Monate gelagert werden kann. Ein leicht saures Milieu der Fertiglösung verhindere die Aggregatbildung, die Fragmentierung und den Aktivitätsverlust, erläuterte Dr. Peer Lotichius als Unternehmensvertreter.

Das Präparat Privigen® ist im Oktober in den deutschen Markt eingeführt worden. Es ist zugelassen für die Substitutionstherapie, bei Erwachsenen und Kindern bei primärem (Autoimmunthrombozytopenie, ITP) und sekundärem Immundefekt (chronische lymphatische Leukämie, multiples Myelom) sowie zur Behandlung chronisch immunsupprimierter Patienten mit klinisch relevanter Infektanfälligkeit, bei Kawasaki- und Guillain-Barré-Syndrom.

Bei 50 ITP-Patienten mit Thrombozyten-Screening-Werten von unter 20 × 109/l hat Salama beim Einsatz des neuen Präparats zum Teil bereits am nächsten Tag einen Anstieg der Plättchen festgestellt. Im Durchschnitt werden Maximalwerte von 200 × 109/l nach acht Tagen erreicht, der Effekt hält im Mittel 15 Tage lang an.
Dr. rer. nat. Renate Leinmüller

Medienseminar „Polyvalente Immunglobuline: bedeutende Säule der Immunabwehr“ in Frankfurt/Main, Veranstalter: CSL-Behring
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