ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2008IT-GrossProjekt: SAP-Konsolidierung

TECHNIK

IT-GrossProjekt: SAP-Konsolidierung

Dtsch Arztebl 2008; 105(48): A-2598 / B-2202 / C-2122

Gundlach, Mathias

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LNSLNS Am Städtischen Klinikum München hat der IT-Dienstleister Lufthansa Systems die klinischen SAP-Module „IS-H“ und „i.s.h.med“ in den fünf angeschlossenen Krankenhäusern in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Thalkirchen in einem System zusammengeführt. Die 4 500 klinischen SAP-Anwender haben jetzt über ein einheitliches System Zugriff auf alle relevanten Daten. „Der Hauptnutzen für die klinischen Anwender ist die Möglichkeit, im Sinne einer elektronischen Patientenakte standortübergreifend auf Daten gemeinsam behandelter Patienten zugreifen zu können. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird gefördert und die interne Verlegung von Patienten erleichtert“, sagte Dr. Christoph Haehnel, IT-Leiter des Städtischen Klinikums München.

Im Rahmen der Konsolidierung der klinischen Arbeitsplätze wurden auch die Integration und Anbindung klinischer Subsysteme, wie Labor-, Pathologie- und Zytologiesystem, das Radiologieinformationssystem sowie Bildarchivlösung und Ausfallsystem, optimiert. Funktionalitäten wurden vereinheitlicht, darunter die Werkzeuge zur DRG-Freigabe und die Erfassung von Medikamenten und Blutprodukten. Einige Funktionen sind hinzugekommen, beispielsweise die flächendeckende Laborwertanzeige aus dem klinischen Arbeitsplatz und die standortübergreifende Anzeige von Dokumenten im Archivsystem.

Dazu Manfred Kircher, Direktor des Klinikum Schwabing, der das Projekt als Vertreter der Kliniken mitgestaltet hat: „Ein Krankenhaus der optimierten Prozesse und Behandlungspfade muss unter Aspekten wie Qualitäts- und Risk-Management auf eine optimale, DV-gestützte Unterstützung klinischer und organisatorischer Abläufe zurückgreifen können. Ein gut funktionierendes IT-System bildet die Grundlage für eine zukunftsfähige Klinikstruktur.“ Auch die zentral organisierten Abteilungen Einkauf und Logistik, Finanzbuchhaltung und Controlling verfügen jetzt über eine gemeinsame Arbeitsplattform.

„Neben den klinischen Mitarbeitern profitieren auch die administrativen Anwender durch effizientere Arbeitsabläufe in der interdisziplinären Zusammenarbeit. Das System läuft stabiler als die dezentralen Altsysteme und kann deutlich kostengünstiger betrieben werden. Die Konsolidierung stellt keinen wirtschaftlichen Einmaleffekt dar, sondern zielt auf eine nachhaltige Kosteneffizienz ab“, so Robert Huber, Betriebsleiter des Bereichs Facility-Management.

Die Vereinheitlichung von Schnittstellen und die Errichtung eines zentralen Kommunikationsservers bieten optimale Voraussetzungen für die künftige Anbindung weiterer Subsysteme. Eine Herausforderung des Projekts war das Fehlen eines Master-Krankenhauses: Für jede zu konsolidierende Funktionalität musste ein „Master“, eine vorgefertigte Vorgehensweise, mit den verantwortlichen Ärzten der Krankenhäuser abgestimmt werden.

Der SAP-Konsolidierung folgen weitere Schritte. Das Klinikum arbeitet daran, das Leistungsspektrum zu vereinheitlichen, und entwickelt einen neuen Arztbrief. Dieser wird „best of breed“ sein, also alle Vorteile der bisherigen standortspezifischen Lösungen wie Übernahme von Laborwerten, Medikamenten oder Vorbefunden in einer unternehmensweit verfügbaren Version vereinen. Darüber hinaus stellt die IT-Abteilung die Endgeräte auf Citrix um. Bei diesem System laufen Programme nicht mehr auf den PCs, sondern auf Großcomputern im Rechenzentrum. So ist es möglich, einer großen Zahl von Anwendern neueste Programmversionen für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sowie das Archivsystem und die Laborwertdarstellung in ausreichender Performance zur Verfügung zu stellen. Mathias Gundlach
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