ArchivDeutsches Ärzteblatt18/1997Bundesschatzbriefe: Mit den Zinsen auf der Höhe der Zeit

VARIA: Geldanlage

Bundesschatzbriefe: Mit den Zinsen auf der Höhe der Zeit

Hölbüng, Hannelore

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LNSLNS Bundesschatzbriefe galten zunächst als eher kurzlebige Exoten. Inzwischen steigen die Umlaufzahlen kontinuierlich, und der Begriff "Bundesschatzbrief" geistert sogar schon - letzter Beweis der Popularität - durch rheinische Büttenreden. Wie kommt’s?


Verläßlichkeit und Flexibilität sind Eigenschaften, die der Anleger in so unübersichtlichen Zeiten wie der VorEuro-Phase schätzt. Verläßlichkeit ebenso wie in hohem Maße Flexibilität bieten Schatzbriefe. Die Laufzeiten sind mit sechs beziehungsweise sieben Jahren lang genug, um einen soliden Ertrag zu gewährleisten, aber auch kurz genug, um sie problemlos in das Gesamtkonzept der Vermögensplanung zu integrieren. Dazu kommt die Möglichkeit der vorzeitigen Rückgabe: bereits nach dem ersten Zinslaufjahr können monatlich bis zu 10 000 DM wieder flüssig gemacht werden. Der Anleger bekommt dann das wieder, was er eingezahlt hat, plus aufgelaufene Zinsen. Gebühren fallen dann nicht an, wenn die Bundestitel bei der Bundesschuldenverwaltung in die Depotbetreuung gegeben werden.
Schätzchen gibt es in zwei Varianten. Die jährlich ausgeschütteten Zinsen des Typs A können Jahr für Jahr mit den Steuerfreibeträgen verrechnet werden, die des Typs B, dessen Zinsen angesammelt und bei Rückzahlung des Kapitals (ob vorzeitig oder nur bei Endfälligkeit) gutgeschrieben werden, nur im Jahr, in dem sie dem Anleger zufließen.
Die jüngste Schatzbrief-Emission (Serie 1997/3 und 4) bringt für das erste Jahr drei Prozent Zinsen, für das zweite 3,75, für das dritte 4,5, für das vierte Jahr 5,25, für das fünfte 6,25 und im sechsten Jahr 7,0 Prozent. Für das siebte Jahr (nur Typ B) bringt sie ebenfalls sieben Prozent und damit Endrenditen von 4,85 Prozent (Typ A) und 5,24 Prozent (Typ B).
Zur Zeit sind die Zinsen nirgends üppig, jedenfalls nicht bei praktisch risikolosen Anlagen. Was für Bundesschatzbriefe gezahlt wird, ist der Marktlage angepaßt und gilt so lange, bis sich das allgemeine Zinsniveau ändert. Steigt der Marktzins, steigen auch die Zinsen der Schätzchen. Manchem Renditejäger stellt sich dann die Frage, ob durch Umtausch mehr herauszuholen ist. Da sich Zinsanpassungen in vergleichsweise kleinen Schritten vollziehen, andererseits aber der Anleger mit seinen neuen Papieren wieder vor der Einjahreshürde steht, sollte ein solcher Aus- oder Umstieg gut bedacht werden.
Schätzchen sind anlegerfreundlich gestückelt. Der Mindestnennwert beträgt 100 DM. Das sollte allerdings keine Aufforderung sein, nun hundertmarkweise zu kaufen, zumindest nicht bei der Erstanlage. Ein Depot, das weniger als 1 000 DM beträgt, rechnet sich jedenfalls dann nicht, wenn es bei einer Geschäftsbank unterhalten wird (für Kleindepots gelten Mindestgebühren). Andererseits muß sich kein Anleger auf Mindestanlagesummen von 5 000 DM und mehr einlassen. Die Hundert-Mark-Stückelung erweist sich auch dann als äußerst probat, wenn es um die Anlage von "krummen" Summen geht.


Depots in allen Größen
Die Bundesschuldenverwaltung betreut Depots mittlerweile in allen Größenordnungen. Der Vorteil: Nicht nur die Depotgebühren entfallen, auch vorzeitige Rückgabe und Umtausch sind gratis. Auch Portokosten werden nicht berechnet. Viel Bürokratie ist nicht zu befürchten: Mit dem Kaufauftrag erteilt der Bankkunde die Weisung, die Papiere auf ein zu eröffnendes Konto bei der Bundesschuldenverwaltung zu übertragen. Mit dem Ausfüllen des Kontoeröffnungsantrags, auf dem die Hausbank seine Unterschrift (gebührenfrei) bestätigt, sind für den Anleger die erforderlichen Schritte getan. Er bekommt dann aus Bad Homburg die Kontonummer. Wichtig: Gekauft werden kann nach wie vor nur über die Hausbank und über Landeszentralbanken.
Der Wertpapierkauf über eine Landeszentralbank wird übrigens einfacher. Es ist jetzt möglich, Schätzchen und eine Reihe anderer Bundestitel per Dauerauftrag zu ordern. Die meisten Landeszentralbanken bieten diesen Service an. Es ist dabei nicht erforderlich, ein Konto bei ihnen zu unterhalten; es muß nur sichergestellt sein, daß der Kaufpreis rechtzeitig eingeht. Zur Zeit besteht bundesweit noch kein einheitliches Verfahren. Interessierte Anleger sollten sich an das für sie in Frage kommende Institut wenden und die Details erfragen.
Hannelore Hölbüng

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