ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2008Umfrage Gesundheitswesen: Skeptischer Blick in die Zukunft

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Umfrage Gesundheitswesen: Skeptischer Blick in die Zukunft

Dtsch Arztebl 2008; 105(49): A-2622 / B-2226 / C-2146

afp; Rieser, Sabine

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Als gut oder sehr gut beurteilen 59 Prozent der Bevölkerung die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems – fünf Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Foto: Fotolia
Als gut oder sehr gut beurteilen 59 Prozent der Bevölkerung die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems – fünf Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Foto: Fotolia
60 Prozent der Bürger und 57 Prozent der Ärzte glauben, dass sich die Qualität der Gesundheitsversorgung in den vergangenen Jahren verschlechtert hat. Ärzte beklagen vor allem einen zunehmenden Kostendruck. Fast die Hälfte bemängelt, sich nicht genug Zeit für die Patienten nehmen zu können.

Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Sie wurde im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP in Zusammenarbeit mit der Bundes­ärzte­kammer erstellt. Befragt wurden 1 800 Männer und Frauen in persönlichen Interviews sowie telefonisch zusätzlich 500 Ärzte.

Mit Skepsis blicken die Befragten in die Zukunft. Lediglich 16 Prozent der Patienten und 15 Prozent der Ärzte glauben demnach, dass es der Politik gelingt, längerfristig eine gute Gesundheitsversorgung sicherzustellen. 61 Prozent der Ärzte erwarten, dass der Kostendruck nach Einführung des Gesundheitsfonds im Januar weiter zunimmt.

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, kritisierte, ohne Nachhaltigkeit der Finanzierung werde in der stationären Versorgung eine Pleitewelle nach der anderen durch das Land rollen. Er forderte deshalb, Arztpraxen und Krankenhäuser in das Konjunkturprogramm der Bundesregierung einzubeziehen.

Der Sprecher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums, Klaus Vater, warnte hingegen davor, das Gesundheitssystem „mieszumachen“. Deutschland habe eine Gesundheitsversorgung, „um die uns viele weltweit beneiden“. afp, Rie
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