ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2008Finanzkrise: Vertrauen verspielt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Herr Stüwe versucht in seinem Leitartikel, jene Ärzte zu beruhigen, die sich angesichts der derzeitigen Finanzkrise Sorgen um ihre Alterssicherung machen. Er wirbt um jenes Vertrauen, das die ärztlichen Versorgungswerke mit ihrer Informationspolitik längst verspielt haben. Beispiel Bayerische Ärzteversorgung: Bis Anfang der 90er-Jahre stiegen die durchschnittlichen Beitragseinnahmen je Mitglied sowie die durchschnittlichen Eingangs- und Bestandsrenten kontinuierlich an. Die entsprechenden Zahlen wurden von der Bayerischen Ärzteversorgung regelmäßig veröffentlicht und ausführlich kommentiert. Zwischen 1994 und 1996 kam es plötzlich zu einem massiven Einbruch in der Höhe der neu eingewiesenen Ruhegelder. Danach erfolgte keine Veröffentlichung mehr . . . Wenn Zahlen, die über Jahre veröffentlicht wurden, plötzlich zur Geheimsache erklärt werden, dann müssen sie sehr schlecht sein . . . Warum scheuen die 18 ärztlichen Versorgungswerke das Ranking untereinander? Die Frage ist doch von hohem Interesse: Ein Beitragszahler zahlte 35 Jahre den jeweiligen Höchstbeitrag zur Angestelltenversicherung in seine Ärzteversorgung ein und ging am 1. Januar 2008 mit 65 Jahren in Rente. Welches Versorgungswerk zahlt auf dieser Grundlage die höchste, welches die niedrigste Rente? Die Verwaltungsausschüsse können sich über die Gesetzmäßigkeiten der Versicherungsmathematik angesichts gestiegener Lebenserwartung nicht hinwegsetzen. Sie haben Bankenkrisen sowie Einbrüche am Aktien- und Immobilienmarkt nicht zu verantworten. Sie können aber das Vertrauen in die ärztlichen Versorgungswerke stärken, indem sie nur solche Geschäftsberichte genehmigen, die umfassend, transparent und nachvollziehbar sind. Alles andere ist für die Glaubwürdigkeit fatal. Man darf sich dann nicht wundern, wenn die freiwilligen Mehrzahlungen mit 3,2 Prozent des gesamten Beitragsaufkommens (Bayerische Ärzteversorgung 2003) vernachlässigbar gering sind.
Dr. med. Bernhard Link, Im Markthof 7,
63776 Mömbris
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige