ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2008Ethik-Kommission: Kosten nicht unerheblich
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Die 12. Novelle des AMG stellt medizinische Ethik-Kommissionen bei klinischen Studien vor die Aufgabe, die Qualifikation der „Prüfer“ beurteilen zu müssen. Während der Gesetzestext keine näheren Angaben dazu enthält, wann ein Prüfer als qualifiziert zu gelten hat, wird von interessierter Seite dafür plädiert, den Besuch mehrtägiger Schulungsveranstaltungen zur Voraussetzung zu erheben. So werben Grass und Koautoren in ihrem Leserbrief zum Artikel „Arbeitskreis medizinischer Ethik-Kommissionen: Schulung für Prüfärzte in der Diskussion“ intensiv für mehrtägige Prüfarztschulungen, speziell für Schulungen nach dem von ihrem KKS-Netzwerk angebotenen 16-stündigen Curriculum, da mit deren Besuch dem Prinzip des „nihil nocere“ Genüge getan werde. „Nihil nocere“ ist sicher ein sehr wichtiges, aber vielleicht nicht das einzige zu beachtende Prinzip. „Cui bono“, darf sich der Leser auch fragen und beim Streifzug über die Homepages der Institutionen des KKS-Netzwerks feststellen, dass diese externen Teilnehmern für den Besuch der Kurse im Mittel gut 500 Euro berechnen – bei künftig eventuell verpflichtender Beschlusslage der Ethik-Kommissionen eine nicht gerade unerhebliche Erlösquelle, für die es sich in wirtschaftlich schwieriger Zeit auch unabhängig von allen unbestrittenen Überlegungen zum Probandenschutz zu streiten lohnen könnte . . .
Literatur bei dem Verfasser
Prof. Dr. Stefan Bielack, Klinikum Stuttgart,
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin –
Olgahospital, Pädiatrie 5, Bismarckstraße 8
70176 Stuttgart
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