ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2008Hamburg: Mangel an den Rändern

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Hamburg: Mangel an den Rändern

Rieser, Sabine

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Genau wie Ärzte sind auch Psychologische Psychotherapeuten höchst unterschiedlich in Großstädten verteilt. Berlin ist dafür ein Beispiel: Der Statistik nach ist die Hauptstadt überversorgt. Doch in einigen Bezirken mangelt es an Therapeuten, ganz besonders für Kinder und Jugendliche.

Die Daten der KV Berlin für 2008 belegen, dass es beispielsweise im Problemviertel Neukölln für mehr als 300 000 Einwohner nur 96 ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten gibt. Zum Vergleich: Bei nahezu derselben Einwohnerzahl praktizieren in Charlottenburg-Wilmersdorf 507. Im Osten, in Marzahn-Hellersdorf, stehen für fast 250 000 Einwohner sogar nur 34 Therapeuten zur Verfügung; das entspricht einem Versorgungsgrad von gerade einmal 35 Prozent.

In Hamburg ist die Situation nicht sehr viel anders. „Wir haben eine extreme Unterversorgung in den Randgebieten“, sagt ein Sprecher der dortigen Psychotherapeutenkammer. Schon bei der Praxisgründung wählten viele das innerstädtische Kerngebiet. In den reicheren Stadtteilen wohnten mehr Privatpatienten und Selbstzahler, weiß man bei der Kammer. Dazu komme, dass Besserverdiener und Bildungsbürger Psychotherapie eher akzeptierten und die Arbeit für die Therapeuten leichter sei, nicht zuletzt auch durch den geringeren Anteil von Patienten mit Migrationshintergrund und entsprechenden Verständigungsproblemen.

Viel tun kann die KV Hamburg dagegen auch aus Sicht der Psychotherapeutenkammer nicht. Mit höheren Honoraren in einzelnen Bezirken darf sie nicht locken, sofern die ganze Großstadt ein Planungsbezirk ist. Umzüge zu verbieten, ist nicht möglich. Zumindest wurden in jüngster Zeit 15 regionale Sonderbedarfszulassungen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und -therapeutinnen erteilt. Rie

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