ArchivDeutsches Ärzteblatt9/1996Gedenktafel erinnert an ermordete Sinti und Roma

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Gedenktafel erinnert an ermordete Sinti und Roma

AE

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LNSLNS Mit ihren "Rassegutachten" fällten sie im Dritten Reich Todesurteile über fast 24 000 Sinti und Roma: die Mitarbeiter der "Rassenhygienischen und Bevölkerungsbiologischen" (später: "Kriminalbiologischen") "Forschungsstelle" des Reichsgesundheitsamtes. Bis zum März 1944 waren die Wissenschaftler mit ihren Gutachten maßgeblich an der Vorbereitung des planmäßigen Völkermordes beteiligt.


Mahnung
Zwei Berliner Gymnasiasten, Robert Schröder und Pierre Veenhuis, haben 1993 in einem Beitrag zum Schülerwettbewerb "Deutsche Geschichte" die Arbeit der damaligen Wissenschaftler näher beleuchtet. "Denkmal – Erinnerung, Mahnung, Ärgernis" hieß das Thema des Wettbewerbs. Als Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma und Mahnung für die Wissenschaft ist eine Gedenktafel gedacht, die das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) auf Anregung der Gymnasiasten nun in seiner Bibliothek errichtet hat. Das BgVV ist Rechtsnachfolger des Reichsgesundheitsamtes und hat seinen Hauptsitz auf dem Gelände, auf dem sich das Reichsgesundheitsamt befand. AE

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