ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 5/2008Praxissoftware: Werbung von Verordnung trennen

SUPPLEMENT: PRAXiS

Praxissoftware: Werbung von Verordnung trennen

Dtsch Arztebl 2008; 105(50): [2]

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Zum Thema Verquickung von Werbung und Information in der Praxissoftware hat das Sozialgericht Berlin in einem Eilverfahren entschieden und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) recht gegeben. Hintergrund war die Klage eines Softwareunternehmens. Das zum Koblenzer Compugroup-Konzern gehörende Softwarehaus Compumed hatte gerichtlich ein KBV-Zertifikat für seine Software erzwingen wollen. Ohne dieses Zertifikat, das die Manipulationsfreiheit der Praxissoftware bescheinigt, darf der Arzt diese nicht mehr in seiner Praxis verwenden. „Die Software darf nicht manipulativ sein. Das ist die Vorgabe des Gesetzgebers. Werbung und Information müssen klar voneinander getrennt sein“, so der Sprecher der KBV, Roland Stahl. Dies sei in dem vorliegenden Produkt nicht gewährleistet gewesen. Die KBV habe daher völlig zu Recht die Zertifizierung verweigert.

Bei der beanstandeten Software wurde für die Diagnose ein Verordnungsvorschlag angezeigt, der zwar als Anzeige gekennzeichnet war – durch zweimaliges Drücken der Returntaste war das Präparat jedoch im Rezept eingetragen. Preiswertere Alternativen zu recherchieren, war für den Arzt dagegen deutlich aufwendiger. Dies dürfe nicht sein, so das Gericht.

Seit Mitte des Jahres hatte die KBV alle Praxissysteme auf die Verquickung von Werbung und Rezeptausstellung überprüft und dabei fast jedes beanstandet. Die Softwareanbieter befürchten, dass die Pharmafirmen jetzt das Sponsoring von Praxissoftware einstellen, sodass in der Folge die Arztprogramme erheblich teurer für die Ärzte werden. KBr
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