ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2008Indomethacin zur Prophylaxe der Post-ERCP-Pankreatitis

MEDIZIN: Referiert

Indomethacin zur Prophylaxe der Post-ERCP-Pankreatitis

Dtsch Arztebl 2008; 105(50): 882

Rösch, Wolfgang

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LNSLNS Seit Jahren versucht man, die iatrogene ERCP-Pankreatitis, wie sie bei 5 bis 10 % aller mittels ERCP (endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatografie) untersuchten Patienten zu beobachten ist, durch prophylaktische medikamentöse Maßnahmen auszuschalten. Die persischen Autoren berichten über eine kontrollierte Studie an 442 für eine ERCP vorgesehenen Patienten, die unmittelbar vor der Untersuchung ein 100 mg Indomethacin enthaltendes Suppositorium oder Placebo erhalten hatten. Bei 22 Patienten (5 %) kam es zu einer Post-ERCP-Pankreatitis, bei 15 in der Placebogruppe und bei 7 im Verumarm (der Unterschied war bei p = 0,06 nicht signifikant), wobei in der Placebogruppe häufiger schwere Verlaufsformen zu finden waren. Als Risikofaktoren für eine Post-ERCP-Pankreatitis konnten eine Kontrastmittelinjektion in den Pankreasgang (OR 3,0), eine wiederholte Kanülierung des D. pancreaticus (OR 4,2) und ein Alter unter 60 Jahren (OR 2,7) ermittelt werden.

Analysierte man nur die Patienten mit einer Wirsungografie, so lag die Pankreatitisrate in der Indomethacingruppe signifikant niedriger als in der Placeogruppe (1 Fall versus 8 Fälle; p = 0,01, RRR = 88 %, ARR = 0,16, NNT = 6). Auch wenn die diagnostische ERCP in den westlichen Ländern weitgehend durch die Magnetresonanztomografie (MRCP) abgelöst wurde, stellt die prophylaktische Gabe eines Indomethacinzäpfchens eine einfache, kostengünstige und sichere Maßnahme dar.

Sotoudehmaneshet R et al.: Indomethacin may reduce the incidence and severity of acute pancreatitis after ERCP. Am J Gastroenterol 2007; 102: 978–83.

Korrespondenzadresse: Digestive Diseases Research Center, North Kargar Avenue, IR 14117 – 13135 Teheran

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