ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2008Mammakarzinom: Gesunde Brust wird für Rekonstruktion geteilt

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Mammakarzinom: Gesunde Brust wird für Rekonstruktion geteilt

Dtsch Arztebl 2008; 105(50): A-2678 / B-2274 / C-2190

EB

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LNSLNS Für Brustrekonstruktionen wird entweder autologes Gewebe aus anderen Körperregionen verwendet mit dem Nachteil, dass ein Hebedefekt entsteht. Bei der Alternative, und zwar der Brustrekonstruktion durch Implantate, ist der Nachteil, dass ein Fremdkörper eingepflanzt wird. Jetzt ist es erstmals weltweit gelungen, durch Verwendung von Gewebe aus der kontralateralen Brust beide Nachteile zu vermeiden – mit einem guten ästhetischen Ergebnis. „Bei einer 67-jährigen Patientin musste im Rahmen der Mammakarzinomoperation die rechte Brust komplett entfernt werden“, sagte Dr. med. Darius Dian, leitender Oberarzt an der Frauenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der die Operation durchgeführt hatte. „Durch die Teilung der bestehenden linken Brust und den Transfer auf die andere Seite haben wir bei dieser Patientin erfolgreich eine Brustrekonstruktion in einem Operationsschritt durchgeführt.“ Dies setze selbstverständlich ausreichend vorhandenes Brustgewebe voraus.

Die erzielten Ergebnisse seien aussichtsreich, sowohl in Bezug auf den postoperativen Verlauf als auch unter ästhetischen Gesichtspunkten. „Wir konnten den Nachweis bringen, dass die neue Operationstechnik funktioniert“, erklärte Prof. Dr. med. Klaus Friese, Direktor der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde der LMU. „Das Mammasplitting ist eine neue und vielversprechende Methode der Eigengewebsrekonstruktion, ohne Hebedefekt oder Implantateinlage.“ In weiteren Anwendungen bei einem größeren Patientinnenkollektiv sollen nun die wissenschaftlichen Daten gesammelt und ausgewertet werden.

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 50.000 Frauen an Brustkrebs. Bei circa 30 Prozent der Betroffenen muss eine Brust entfernt werden. EB
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