ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2008Demenzzentrum: Woher kommt das Geld?
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. . . Der Forschung und Wissenschaft gehören all unsere Bemühungen, besonders bei derart wichtigen Erkrankungen wie Demenz und Morbus Parkinson, die Entscheidung für den Wissenschaftsstandort Bonn erfüllt uns mit Freude und Stolz, keine Frage! Doch: Wo kommt plötzlich das viele Geld her, das andernorts offenbar nicht aufzutreiben ist (Stichwort: Pflegenotstand)? 40 Millionen Euro jährlich allein vom Bund und vier Millionen Euro Landesmittel? Die Baukosten des Projekts werden schamhaft verschwiegen. Beim Durchlesen desselben Ärzteblattes . . . fallen weitere interessante Überschriften auf: „Ärzte mögen ihren Beruf – sind aber frustriert“, „Ärzte: Getriebene im System“, „Umgang mit der Knappheit“, „Ärztemangel an den Kliniken: Chefärzte schlagen Maßnahmen vor“. Vor einigen Jahren hatte unser damaliger Bundeskanzler Schröder den Vorschlag gemacht, eine „Greencard“ für 20 000 Inder mit Informatikkenntnissen zu genehmigen wegen dringenden Bedarfs. Ist es das, was uns bevorsteht? Hervorragende Forschungsmöglichkeiten in prestigeträchtigen Einrichtungen und gleichzeitig bricht die Basisversorgung zusammen? Nicht unzitiert bleiben kann der letzte Satz des Artikels „Das DZNE soll langfristig ein großes Spektrum an Aufgaben abdecken – von der Grundlagenforschung bis zur Politikberatung.“ Was hat das zu bedeuten – Politikberatung in einem Demenzzentrum? Wir Ärzte haben die dringende Hoffnung, dass unsere von Reform zu Reform trudelnde Gesundheitspolitik auch so endlich einen annehmbaren Kurs findet, um jenseits aller immer destruktiver werdenden Honorarvorstellungen für Kassenärzte einen Weg zu finden, der uns ermöglicht, ohne Existenzsorgen unsere eigentliche Arbeit zu tun, nämlich die Versorgung unserer Patienten!
Dr. Gabriele Freymann, Gymnasiumstraße 12, 53359 Rheinbach
Dr. Mike Dahm, Meckenheimer Allee 67–69, 53115 Bonn
Rheinisches Kompetenznetz für seelische Gesundheit e.V.
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