ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2008Medizinfehler: Ein Novum
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Vielen Dank! Ein Beitrag mit dieser Blickrichtung ist ein Novum, und der Artikel hat mich sehr berührt. Dass eine schwer betroffene Mutter die Größe besitzt, nicht nur über ihr eigenes Leid zu sprechen, sondern auch die andere Seite und deren Tragik sehen kann, ist ungewöhnlich und für mich als Ärztin ein Zeichen dafür, dass da noch viel Handlungsbedarf besteht. Wieso wird es uns Ärzten so schwer gemacht, zu den Fehlern zu stehen und sie auch auf der persönlichen Ebene mit den Betroffenen zu kommunizieren? Fehler unterlaufen auch Ärzten, und jede(r), der schon länger im Beruf steht, wird mit diesem Thema konfrontiert worden sein. Und mit der Schuldfrage dann so ziemlich alleine dastehen. Auf der rechtlich formalen Seite besteht der Druck, den Fehler möglichst abzustreiten oder klein zu machen. Auf keinen Fall soll er zugegeben werden, weil es sonst Probleme mit der Versicherung gibt und der Ruf in Gefahr gerät. Dass damit die Schuld und die Tragik in Wirklichkeit für beide Seiten noch größer werden und eine persönliche Verarbeitung nahezu unmöglich gemacht wird, das wird übersehen. Ich glaube nicht, dass Ärzte mehr oder schlimmere Fehler machen würden und auch nicht, dass nicht trotzdem über angemessene Entschädigungen ordentlich verhandelt werden könnte, wenn ein offener und persönlicher Umgang mit Fehlern zusammen mit den Patienten Normalität wäre. Aber es könnte viel persönliches Leid dadurch gemildert werden . . .
Elisabeth Steinle-Paul,
Heinrich-Baumann-Straße 7, 70190 Stuttgart
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