ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2008Organspenden: kein Anrecht
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Allein die Überschrift zu diesem Beitrag löst schon einige befremdliche Gefühle aus, lässt sie doch vermuten, dass Organspenden inzwischen als selbstverständlich vorausgesetzt werden und es nur noch darum geht, wie man am besten an selbige herankommt. Der Begriff „Organmangel“ wird zudem mit diesem „gewissen Etwas“ an Selbstverständlichkeit erwähnt, der Alternativen nicht mehr zuzulassen scheint. Dies erzeugt zunehmend einen ungeheuren Druck auf jeden einzelnen Menschen, denn wer sich aus religiösen, ethischen oder anderen Gründen nicht entschließen kann zu spenden, der ist unsozial?! Es sollte keinerlei Erklärungsnot bei Menschen entstehen müssen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, keine Organe entnehmen lassen können oder wollen (bzw. die sich auch kein Organ einpflanzen lassen wollen, wie das aktuelle Beispiel eines 13-jährigen Mädchens aus Großbritannien zeigt, das sich sein Recht sogar erkämpfen musste, nicht transplantiert zu werden). Dies ist eine persönliche Angelegenheit und sollte als solche auch geachtet werden. Nur weil Transplantationen medizinisch möglich geworden sind, darf keine moralische Pflicht daraus abgeleitet werden, dass es jetzt ein Anrecht auf die Organe eines anderen Menschen gibt . . .
Dipl.-Psych. Angelina Borgaes, Psychologische Psychotherapeutin, 20146 Hamburg
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