ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2008Sterbegeldversicherung: Geschäfte mit dem Tod

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Sterbegeldversicherung: Geschäfte mit dem Tod

Dtsch Arztebl 2008; 105(51-52): [111]

WZ

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LNSLNS Sterbegeldversicherungen seien oft schlechter als Sparverträge, meint der Bund der Versicherten.

Auch wenn der Schmerz nach einem Trauerfall zu lähmen scheint, sind organisatorische Entscheidungen zu treffen. Hinzu kommt die finanzielle Belastung. Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten meint: „Wer das seinen Hinterbliebenen nicht aufbürden möchte, sollte rechtzeitig vorsorgen.“

Eine Bestattung kostet rund 5 000 Euro. Seit es in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung kein „Sterbegeld“ mehr gibt, müssen die Angehörigen die Beerdigung selbst bezahlen. Die Versicherungen haben auf die Gesetzesänderung im Jahr 2004 reagiert und bieten eine entsprechende Police an: die Sterbegeldversicherung.

Eine Sterbegeldversicherung ist eine meist lebenslängliche Kapitallebensversicherung auf den Todesfall mit einer relativ niedrigen Versicherungssumme. Sie soll vor allem die Beerdigungskosten und andere direkt mit dem Tod verbundene Aufwendungen abdecken, um die Hinterbliebenen nicht mit diesen Kosten zu belasten, aber insbesondere auch um eine angemessene Beerdigung sicherzustellen, wenn keine Hinterbliebenen vorhanden sind. Verstirbt der Versicherte, wird die Versicherungssumme fällig. Manche Anbieter gewähren einen lebenslangen Versicherungsschutz. Das bedeutet, dass das Geld stets an die Hinterbliebenen geht. Endet der Vertrag mit dem 100. Geburtstag, zahlt das Unternehmen direkt an den Kunden. Die Gesellschaften werben damit, Interessenten bis zum 85. Lebensjahr und unabhängig vom Gesundheitszustand aufnehmen zu wollen. Doch in der ersten Zeit können die Verbraucher keineswegs mit der Versicherungssumme rechnen: bei einigen Unternehmen erst nach drei Jahren. Vorher werden allenfalls die Beiträge ohne Verzinsung wieder ausgezahlt.

Lilo Blunck: „Häufig zahlen Verbraucher bei langer Laufzeit mehr in die Sterbegeldversicherung ein, als sie oder ihre Hinterbliebenen später herausbekommen.“ Zudem ist die Verzinsung nur dürftig. Deshalb kann es sich eher lohnen, Monat für Monat einen festen Betrag zweckgebunden per Sparvertrag anlegen. WZ
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