ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2008Gendoping: Wissenschaftliche und juristische Aspekte

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Gendoping: Wissenschaftliche und juristische Aspekte

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LNSLNS Doping ist ein aktuelles Thema. Die Bedeutung von Gendoping wird im sportlichen und gesellschaftlichen Umfeld diskutiert, Ausmaß und Folgen sind jedoch noch wenig bekannt. Der Band gibt eine hervorragende Übersicht über den aktuellen Stand. Der Text wurde auf Vorschlag des Bundestages erstellt (Sportausschuss). Grundlagen, gesundheitliche Risiken, Nachweisbarkeit und Kontrollverfahren werden ausführlich dargestellt. Physiologische Ansatzpunkte für Gendopingstrategien sind die Skelettmuskulatur, die Sauerstoffversorgung der arbeitenden Muskulatur und die Energiebereitstellung. Ergänzend werden die bisherigen Aktivitäten der WADA und die Forschungsprojekte in Deutschland erläutert. Schließlich findet man auch Hinweise auf juristische Aspekte.

Im Einzelnen werden die Möglichkeiten der Myostatin-Blockade erläutert, die Umwandlung der Muskelfaserzusammensetzung sowie Perspektiven der EPO-Folgeforschung. Risiken, wie unkontrollierte Ausbreitung im Körper und potenzielle Autoimmunreaktionen, werden dargestellt. Der Nachweis und somit die Bekämpfung des Gendopings sind derzeit noch Gegenstand verschiedener Forschungsvorhaben, die von der WADA in großem Umfang gefördert werden. Abschließend werden auch die gesellschaftlichen Probleme bis hin zur Anti-Aging-Therapie angesprochen.

Über die wissenschaftlichen Hintergründe hinaus wird eine sehr gute Übersicht über die juristischen Aspekte des Gendopings erstellt. Es wird aufgezeigt, inwieweit Gendoping bereits von den nationalen und internationalen rechtlichen Grundlagen erfasst ist und welche Lücken und Schwächen dieses Regelungssystem aufweist. Unabhängig von der Thematik des Gendopings sind die grundlegenden juristischen Problemfelder des Dopings verständlich und dennoch mit allen erforderlichen Zusatzinformationen dargestellt. Die Kernprobleme des Gendopings, die Nachweisbarkeit, die stetig wachsende Komplexität und der international stark variierende Kontrollstandard, werden ebenso fundiert in diesen rechtlichen Gesamtkontext gebracht wie auch verschiedene Lösungsansätze zum Umgang mit Gendoping.

Dieses Buch bietet jedem an Gendoping Interessierten eine hervorragende Übersicht. Es bleibt die Hoffnung, dass Nachweis und Prävention bald möglich sein werden. Noemi Löllgen, Herbert Löllgen

Katrin Gerlinger, Thomas Petermann, Arnold Sauter: Gendoping. Wissenschaftliche Grundlagen – Einfallstore – Kontrolle. Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag – 28. edition sigma, Berlin 2008, 158 Seiten, kartoniert, 18,90 Euro

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