ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2008Kulturkalender: Rebellion und spirituelle Suche

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Kulturkalender: Rebellion und spirituelle Suche

Dtsch Arztebl 2008; 105(51-52): A-2769 / B-2352 / C-2264

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Frankfurt am Main
Bis 22. Februar 2009:
Die Geburt der modernen Malerei
Robert Campin, der Meister von Flémalle, und sein Schüler Rogier van der Weyden gehören zu den bedeutendsten und innovativsten europäischen Künstlern des 15. Jahrhunderts. Zusammen mit den Brüdern van Eyck spielten sie eine zentrale Rolle bei der Entstehung der niederländischen Malerei. An der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit schufen die beiden Meister dank einer raffinierten neuen Maltechnik, der Ölmalerei, opulente Gemälde, deren Detailreichtum und Schönheit bis heute beeindrucken. Durch Leihgaben aus den großen Museen der Welt sind erstmals alle rund 50 erhaltenen Gemälde der Gefährten zusammen zu sehen. Die weitere Station ist Berlin (Gemäldegalerie: 20. März bis 21. Juni 2009).

Städel-Museum, Schaumainkai 63, Di./Fr./Sa./So. 10–18, Mi./Do. 10–21 Uhr

Hannover
Bis 15. Februar 2009:
Hans Arp. Linie und Form
Für den deutsch-französischen Mitbegründer des Dadaismus und des Surrealismus war der Zufall künstlerisches Prinzip. Mit seinen anthropomorphen Figuren entwickelte Arp (1886–1966) eine unverwechselbare Formensprache für seine Gemälde und Plastiken. Das Sprengel-Museum widmet Arp, der auch Lyriker war, eine kleine, aber feine Werkschau.
Sprengel-Museum, Kurt-Schwitters-Platz, Di. 10–20, Mi.–So. 10–18 Uhr

Kiel
Bis 22. März 2009:
Heavy Metal
Foto: Sammlung Würth, Künzelsau
Foto: Sammlung Würth, Künzelsau
Der Titel steht nicht nur für den schweren Stoff, aus dem die Exponate gefertigt sind, sondern soll auch für Irritation bei den Betrachtern sorgen. Durch Beschränkung auf das Material Metall möchten die Ausstellungsmacher „Denkmuster“ zeitgenössischer Skulptur vor Augen führen. Insgesamt 58 Schlüsselpositionen aus den vergangenen 50 Jahren sollen zeigen, wie der schwere Werkstoff in den Händen von Künstlern wie Anselmo, Beuys, Fontana, Anish Kapoor (im Bild: „Untiteld“, 2004), Nauman, Oldenburg, Serra oder Stella leicht, eigenwillig und subversiv wurde. Auf jeden Fall schien er roh und robust genug, um die revolutionären Energien aufzunehmen, die ab Anfang der 60er-Jahre auch in der Bildhauerei ihren Ausdruck fanden.
Kunsthalle zu Kiel, Düsternbrooker Weg 1, Di.–So. 10–18, Mi.10–20 Uhr

München
Bis 1. März 2009:
100 Meisterwerke aus New York
Die reiche Sammlung von Kunst auf Papier der New Yorker Morgan Library geht auf den Bankier John Pierpont Morgan (1837–1913) zurück. Mit klugen Ankäufen legte er den Grundstein für die Sammlung, die heute Weltrang genießt. 100 hochkarätige Zeichnungen aus fünf Jahrhunderten sind nun hierzulande zu sehen. Einen Höhepunkt bilden die italienischen Meister, darunter Piranesi, Tiepolo, Luca Signorelli, Michelangelo, Raffael, Tintoretto und Veronese. Aber auch die flämische, die holländische und die altdeutsche Schule sind exemplarisch vertreten. Mit Jacques Louis David, Ingres, Daumier und Degas glänzt das 19. Jahrhundert. Seurat, Matisse, Picasso und Pollock repräsentieren mit zum Teil raren Zeichnungen die Moderne.
Pinakothek der Moderne, Barerstraße 40, Di.–So.10–18, Do. 10–20 Uhr

Schwäbisch Hall
Bis 22. März 2009:
Georg Baselitz
Seine Malerei definierte er als Kampfansage an tradierte Sehgewohnheiten. Georg Baselitz, der mit 20 Jahren die DDR in Richtung Westberlin verlassen hatte, ging es von Anfang an nicht nur darum, Bildinhalte zu erneuern. Er wollte auch die formalen Gegebenheiten eines Kunstwerks verändern. Aus diesem Anspruch heraus entstanden kraftvolle Arbeiten, die schon früh für Aufsehen sorgten: monumentale Holzschnitte, ein außergewöhnliches grafisches Werk und ab 1980 auch Skulpturen. Die umfassende Retrospektive würdigt einen der bedeutendsten Impulsgeber in der zeitgenössischen Malerei. Baselitz wählte für die Schau Motive aus vier Jahrzehnten aus.
Kunsthalle Würth, Lange Straße 35, täglich 10–18 Uhr

Der besondere Tipp
Metaphysischer Dialog
„Der Mensch verlässt die Erde“ (bis 31. August 2009): Kolumba, Kolumbastraße 4, Köln, Mi.–Mo. 12–17 Uhr Foto: Kolumba
„Der Mensch verlässt die Erde“ (bis 31. August 2009): Kolumba, Kolumbastraße 4, Köln, Mi.–Mo. 12–17 Uhr Foto: Kolumba
Hoch hinauf – vom Dunklen in das Licht – führen die Treppenstufen im Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Und hoch hinauf will auch die aktuelle Ausstellung „Der Mensch verlässt die Erde“ leiten: Eine sehenswerte Auswahl von Gemälden, Skulpturen und moderner medialer Kunst aus der großen eigenen Sammlung (im Bild: Felix Droeses „Friesischer Gruß“, 1983–1985) thematisiert die existenziellen Bedingungen des Menschen und die Möglichkeiten seiner Erlösung. Dabei resultiert der besondere Reiz aus dem Zusammenspiel der Exponate mit der eindrucksvollen Architektur des Museumsneubaus.
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