ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2008Fraktionierte stereotaktische Bestrahlung – Bestrahlungsplanung

GOÄ-RATGEBER

Fraktionierte stereotaktische Bestrahlung – Bestrahlungsplanung

Hofer, Ursula

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LNSLNS Bestrahlungsserien bei gut- und bösartigen Erkrankungen bedürfen in jedem Fall einer exakten Positionierung des Patienten vor jeder Sitzung. Je nach anatomischer Lokalisation des Bestrahlungsgebiets kann es erforderlich sein, neben Lagerungshilfen und Oberflächenmarkierungen radiologische Positionskontrollen vor der Sitzung durchzuführen.

Für hochtechnologisch geprägte Fachgebiete wie die Strahlentherapie ist die Amtliche Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die zuletzt 1996 und auch nur teilweise novelliert wurde, im Text ihrer Leistungslegenden nur noch fragmentarisch auf innovative Techniken anwendbar und oft schwer verständlich. Hinzu kommt, dass der Einsatz von Multileaf-Kollimatoren (MLC) als computergestützte Individualausblendungen und seine Berechnung nach der Nr. A 5830 (Analogziffer zur Nr. 5378 GOÄ) einmal je Feld und Bestrahlungsserie einschließlich Programmierung trotz zahlreicher Veröffentlichungen noch oft unterschiedlich interpretiert wird („Multileaf-Kollimator nur bei bösartigen Erkrankungen“, DÄ, Heft 1–2/2008). Auch das Hilfsmittel „analoge Bewertung“, bei der laut § 6 (Abs. 2) GOÄ selbstständige ärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses berechnet werden können, stößt hier an seine Grenzen. Bedauerlicherweise müssen sich auch deshalb zunehmend Gerichte mit der Auslegung der GOÄ beschäftigen. Der damit verbundene Verwaltungsaufwand belastet Versicherungsunternehmen, die ärztliche Selbstverwaltung und alle wirtschaftlich Beteiligten.

Das technische Argument, dass bei jeder computertomografischen Lagekontrolle bei der Therapie mit einem Linearbeschleuniger eine „Sachkostenpauschale“ für den Einsatz eines „Tomotherapy-Systems“ aufgrund der zirkulären Rotation des Geräts 360-mal berechnet werden könnte, wenn man die GOÄ-Bestimmungen wörtlich nähme, führt als Willkürinterpretation die Amtliche Gebührenordnung in ihren Verteilungsgrundsätzen ad absurdum. Auch simultane Ansätze der Nr. 5378 (analog) und zusätzlich der Nr. A 5830 je Bestrahlungssitzung sind eine unzulässige Redundanz.

Im Verzeichnis der analogen Bewertungen wird zum Beispiel die Ziffer 5830 als computergestützte Individualausblendung (MLC) einmal je Feld und Bestrahlungsserie, einschließlich Programmierung, analog der Nr. 5378 ausgewiesen. Dieser analoge Ansatz der Ziffer 5378 ist auch für computertomografische

Lagekontrollen vorstellbar. Dem bisweilen reklamierten erhöhten Zeitaufwand für eine computertomografische Lagekontrolle vor Bestrahlung wird der Gebührenrahmen (§ 5 Absatz 2 GOÄ) mit der Wahl eines höheren Steigerungsfaktors gerecht.

Die Bundesärztekammer setzt sich verstärkt für eine unmissverständliche Formulierung der Leistungslegenden sowie für eine grundlegende Anpassung der Gebührenordnung an den aktuellen Stand der Technik in allen medizinischen Fachgebieten und damit für eindeutige Rechtslagen ein. Ursula Hofer
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