ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2009Randnotiz: Vatikan: Nein zum Klonen

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Randnotiz: Vatikan: Nein zum Klonen

Dtsch Arztebl 2009; 106(1-2): A-5 / B-5 / C-5

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Vielen Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch kann die künstliche Befruchtung helfen. Doch Katholiken kann sie in Gewissensnöte bringen, denn nach kirchlicher Lehre ist eine Zeugung im Reagenzglas nicht erlaubt. An dieser Auffassung hält die Römische Glaubenskongregation unverändert fest. Der Wunsch nach einem Kind rechtfertige nicht dessen künstliche Produktion – vor allem deshalb nicht, weil „die In-vitro-Befruchtung sehr oft die willentliche Beseitigung von Embryonen mit sich bringt“, heißt es in der Mitte Dezember vorgelegten Instruktion „Dignitas personae“.

Auch die Präimplantationsdiagnostik wird abgelehnt: „Sie ist faktisch auf eine qualitative Selektion mit der damit zusammenhängenden Beseitigung von Embryonen ausgerichtet, die eine frühabtreibende Praxis darstellt.“ Sie sei verwerflich, weil sie sich anmaßt, „den Wert eines menschlichen Lebens einzig und allein nach Maßstäben wie Normalität und physisches Wohlbefinden zu beurteilen und auf diese Weise auch der Legitimation der Kindstötung und der Euthanasie den Weg bahnt“. Deutlich verurteilt der Vatikan auch das Klonen von Menschen, und zwar insbesondere das sogenannte therapeutische Klonen, das mit der Menschenwürde vollkommen unvereinbar sei. Doch bei aller Strenge und Konsequenz weist die Schrift auch einen Passus auf, mit dem wohl eher nicht zu rechnen war: Die Verwendung von Medikamenten und Impfstoffen, die mithilfe embryonaler Stammzellforschung hergestellt wurden, wird nämlich zum ersten Mal unter bestimmten Voraussetzungen gebilligt. Eine Instruktion gilt übrigens in der katholischen Kirche als verbindlich.
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