ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2009Ärzteschach: Auserwählter Ärztestand?

SCHLUSSPUNKT

Ärzteschach: Auserwählter Ärztestand?

Pfleger, Helmut

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dr. med. Helmut Pfleger Foto: Dagobert Kohlmeyer
Dr. med. Helmut Pfleger Foto: Dagobert Kohlmeyer
Vor geraumer Zeit gab es eine Debatte um Ärzteirrtümer mit entsprechenden Selbstbezichtigungen, wovon stellvertretend das humorvolle Opus magnum eines Professors für Allgemeinmedizin „Meine gesammelten Fehldiagnosen“ mit jährlichen Ergänzungen künden mag. Nun will ich nicht allzu sehr in den Ruch ermüdender Wiederholungen kommen, weil ich dies bereits einmal hier mitgeteilt habe. Deshalb gleich ein Sprung zu etwas Erfreulichem. Vor einiger Zeit sprang mir folgende Überschrift in die Augen: „Ärzte-Ansehen bleibt Spitze!“ Nach einer Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie schätzen 78 Prozent der Befragten die Ärzte unter allen Berufen am meisten. Das ist sogar ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Jahr 2003. Abgeschlagen landen Pfarrer mit 38 Prozent auf dem zweiten Platz, vom Ansehen der Politiker will ich hier lieber schweigen. Gibt es etwa, ähnlich wie das auserwählte Volk, auch den auserwählten Berufsstand, dem Debatten wie die obige nichts anhaben können? Und der eine altbekannte Sottise wie „Der Internist weiß alles, kann aber nichts.

Der Chirurg kann alles, weiß aber nichts.
Der Pathologe weiß alles, kann alles, aber zu spät!“
freundlich lächelnd an sich abperlen lässt, wohl wissend, dass die Beliebtheit für alle Zeiten festgeschrieben ist. Allerdings frage ich mich heute noch leicht irritiert, warum mir beim letzten Deutschen Ärzteturnier – apropos bereits dem sechzehnten (16!), da können andere Berufsgruppen, Pfarrer eingeschlossen (zwar haben die bekanntlich Beistand von oben, aber nicht den im Zweifelsfall substanzielleren des Deutschen Ärzteblatts und der Apobank), nur staunen – Dr. med. Matias Jolowicz, maliziös lächelnd, obwohl er das eigentlich gar nicht kann, noch folgende Ergänzung mitteilte: „Der Psychotherapeut kann nichts, weiß nichts, hat aber für alles viel Verständnis!“

Lassen wir es für heute dabei, stattdessen ein echter Jolowicz: „Er weiß viel (nicht alles, lieber Matias!), kann viel, und obendrein rechtzeitig!“
Mit welchem Schlag kam er als Schwarzer beim letzten Ärzteturnier gegen Dr. med. Matthias Althaus, dem mit seiner festen Stellung nichts Übles zu drohen scheint, in entscheidenden Vorteil?

Lösung:
Nach dem (Schein-)Damenopfer 1. . . . Dxc3! war Weiß verloren, weil auf 2. Dxc3 die schreckliche Springergabel 2. . . . Sxe2+ die Dame zurückgewönne und Schwarz gar mit zwei Springern mehr verbliebe. Andererseits geht aber in jedem Fall mindestens eine Figur verloren.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote