ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2009Honorarreform: Leichtes Minus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Herr Köhler und ich scheinen sich nicht im selben System zu befinden . . . Die Honorarreform mag gesundheitspolitisch ein großer Erfolg sein, allerdings kann ich meine Mitarbeiter und die Miete nicht in dieser Währung bezahlen. Nach Erhalt meines Regelleistungsvolumens und Addierung der außerbudgetären Leistungen (deren Umfang ich niemals ausschöpfen kann) komme ich niemals auf ein Plus von zehn Prozent, sondern eher auf ein leichtes Minus. Bis auf die Inhaber von Gemeinschaftspraxen, die sich wegen des allen unverständlichen Honoraraufschlags erfreut und verwundert die Augen reiben, kenne ich keinen Kollegen in den alten Bundesländern, der an ein Honorarplus geglaubt hat. Die Kollegen aus den neuen Bundesländern bitte ich, sich an meinen um ca. 50 Prozent höheren Mietkosten zu beteiligen (und ich habe die Praxis noch nicht mal im Ballungsgebiet). Die Anstellung einer Auszubildenden, die ich für das kommende Jahr fest geplant hatte, kann ich mir wohl nicht mehr leisten. Nach ca. zehn Jahren Praxis kann ich sagen, dass die schleichende innere Kündigung Wahrheit geworden ist. Ob es den Patienten nützt, ist eine andere Frage . . .
Dr. med. Joachim Schnell, Bahnhofstraße 39, 61273 Wehrheim
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote