ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2009Abwanderung: Aus der Seele gesprochen
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Mit großem Interesse habe ich den oben genannten Artikel gelesen, weil er die erschreckende Situation von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, Fachärzt(inn)en und Hausärzt(inn)en absolut realitätsnah wiedergibt. Dieser Beitrag ist hochaktuell und spricht uns Niedergelassenen aus der Seele. Die schlechten Arbeitsbedingungen von Medizinern in Deutschland führen nicht nur zu einer Medizinerflucht ins Ausland, sondern provozieren auch eine innerdeutsche Flucht aus armen Gegenden in reiche und vom Land in die Städte. Ländliche Praxen sowie Praxen in ärmeren Regionen finden keinen Nachfolger mehr, da die dortigen Arbeitsbedingungen unzumutbar sind . . . Solange Mediziner immer mehr arbeiten müssen und immer weniger dafür bekommen, solange ist es dem Einzelnen nicht zu verdenken, wenn er sich in einer Gegend in Deutschland niederlässt, in der ein besserer Verdienst zu erwarten ist. Dieser Beitrag beschreibt sehr treffend den negativen Wandel unseres Systems, welcher hervorgerufen wurde durch den Vertrauensverlust der Mediziner in die Verlässlichkeit der Politik. Immer und immer wieder hat sich in den letzten Jahren die Situation für uns Niedergelassene verschlechtert. Schon längst ist ein Teil unseres ärztlichen Könnens, das „Zuhören“ und die „menschliche Zuwendung“, in diesem System zur Unwirtschaftlichkeit degradiert worden. Wird das Verantwortungsbewusstsein eines jeden Mediziners, der sich in einem entlegenen oder ärmeren Teil unseres Landes für seine Patientinnen und Patienten weiter verantwortlich fühlt und von dort nicht flüchtet, in Zukunft für unsere Patientinnen und Patienten nun auch zum Luxusgut? Die Antwort mag sich jeder selbst geben.
Monika Buchalik, Bahnhofstraße 152, 63477 Maintal-Hochstadt
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