ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2009Brief einer Patientin: Unangemessen
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Die Überschrift „Bitte um die Würde eines Schnitzels“ mit der Abbildung eines Schnitzels, einer Zitrone und eines Salatstücks ist dem Stil des DÄ unangemessen und unwürdig. Die Art und Weise wie hier inhaltlich mit einer „Verallgemeinerung“ gegen Chefärzte vorgegangen wird, ist nicht akzeptabel. Ihnen sollte sehr wohl bekannt sein, dass derartige Situationen immer schon in Krankenhäusern aufgetreten sind und wahrscheinlich auch in Zukunft auftreten werden, diese jedoch nach meiner festen Überzeugung eine absolute Ausnahme darstellen. Sie wissen, dass die heutige Generation der ärztlichen Führungskräfte im Krankenhaus keinesfalls mehr den Status eines „Halbgottes in Weiß“ hat, der „nach Belieben schalten und walten“ kann. Chefärzte sehen sich im Alltag mit erheblichen Anforderungen im Hinblick auf die Führung ärztlicher sowie nicht ärztlicher Mitarbeiter konfrontiert. Die Chefärzte tragen die komplette medizinische Endverantwortung für immer komplexere und ökonomisch-getriebene Behandlungsabläufe und erleben jeden Tag hautnah außerordentlich gestiegene Anforderungen im Hinblick auf Behandlungsquantität, -qualität und Ökonomie. Mit Ihrer Darstellung, die klischeehaft die Unzufriedenheit einer Patientin aufgreift, verhindern Sie eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema des Arzt-Patienten-Verhältnisses . . . Gerade die Redaktion des DÄ sollte wissen, dass unzählige Chefärzte jeden Tag eine kompetente, freundliche und aufmerksame Kommunikation mit Patienten und Mitarbeitern pflegen. Ohne Zweifel handelt es sich mit dem in Ihrem Artikel dargestellten Chefarzt um ein „Auslaufmodell“ . . .

Prof. Dr. med. Martin Krüger, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, Evangelisches Krankenhaus Bielefeld, Schildescher Straße 99, 33611 Bielefeld
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