ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2009Kopfschmerz: Hervorragende Empfehlungen

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Kopfschmerz: Hervorragende Empfehlungen

Gaul, Charly

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LNSLNS Kopfschmerzen sind eines der häufigsten Symptome beim Allgemeinarzt, Neurologen sowie in den Notaufnahmen der Kliniken. Gemessen an der Häufigkeit und den diagnostischen Problemen, die sich aus dem Symptom Kopfschmerz ergeben, ist das Thema in der Ausbildung deutlich unterrepräsentiert.

In ihrem Buch „Symptom Kopfschmerz“ gehen die Autoren die diagnostische Einordnung und Klassifikation von Kopfschmerzen streng symptomorientiert an. Die Kapitelüberschriften lauten zum Beispiel „schlagartige, heftigste Kopfschmerzen“ oder „chronische, Tage bis Wochen anhaltende Kopfschmerzen“ und machen zusammen mit einem Übersichtsdiagramm zu Beginn das Auffinden der Diagnosen rein nach der Symptomschilderung leicht. Eine gute Entscheidung, denn so präsentiert sich das Problem auch dem Arzt. Bei den Diagnosen orientiert sich das Buch streng an der aktuellen Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (ICDH-II) aus dem Jahr 2004 und bietet dem Arzt, der sich nur gelegentlich differenzierter mit Kopfschmerzen beschäftigt, rasche Orientierung. Für den „Kopfschmerzprofi“ ist es jedoch verwirrend, dass das Einteilungsprinzip der ICDH-II für das Buch verwendet wird, aber die Nummerierung nicht deckungsgleich ist. Die Kopfschmerzdiagnosen werden in grau unterlegten Tabellen nach einheitlichem Schema mit den Punkten „Häufigkeit, Kopfschmerzphänomenologie, fakultative Symptome, Diagnostik, Therapie“ kurz dargestellt. Die Ausführungen zur Pathophysiologie sind sehr knapp und umreißen nur den Stand der Forschung.

Das Buch ist konsequent auf den Einsatz beim Kliniker zugeschnitten. Hervorragend sind die Empfehlungen zur Therapie mit Dosierung und vielen praxisrelevanten Hinweisen. Im Text sind wichtige Abschnitte zusätzlich durch Kästen hervorgehoben sowie mögliche Fallstricke in Form von Merkkästen markiert. Erfreulicherweise ist das Buch, auch was die zitierte Literatur angeht, auf dem aktuellen Stand. Eine nomenklatorische Unschärfe fällt bei den „Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch“ auf, diese werden leider als „Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen“ geführt, was nicht den Kern des Problems trifft. Der Preis ist angemessen, die Gestaltung nur in Grau und Weiß könnte in der nächsten Auflage, die dem Buch zu wünschen ist, etwas ansprechender gestaltet werden. Charly Gaul

Jens Kuhn, Heiko Bewermeyer: Symptom Kopfschmerz. Entscheidungshilfen in der Akutsituation. Schattauer, Stuttgart, New York 2008, 280 Seiten, kartoniert, 34,95 Euro
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