MEDIZIN: Aus der Redaktion

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Deutsches Ärzteblatt International wird in Medline aufgenommen und erhält Impact-Faktor

Welcome to the Club – Deutsches Ärzteblatt International Is Now Included in Medline and Will Receive an Impact Factor

Baethge, Christopher

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LNSLNS Anfang 2008 gründete das Deutsche Ärzteblatt die online-Zeitschrift Deutsches Ärzteblatt International, um seine wissenschaftlichen Artikel auch einem englischsprachigen Publikum zugänglich zu machen (www.aerzteblatt-international.de). Seitdem erscheinen alle Beiträge aus der Rubrik Medizin etwa zwei Wochen nach der Veröffentlichung in der deutschen Druckausgabe in englischer Übersetzung – und wie beim Deutschen Ärzteblatt üblich kostenfrei für die Leser.

Dieses Konzept überzeugte auch die wichtigsten Datenbanken in der Medizin: Bereits weniger als ein Jahr nach der Gründung der Zeitschrift evaluierte die National Library of Medicine (NLM) Deutsches Ärzteblatt International in inhaltlicher sowie formaler Hinsicht und beschloss im November, sie in die Datenbank Medline aufzunehmen. Die Medline ist die mit Abstand wichtigste Fachdatenbank in der Medizin, die vielen Lesern über das NLM-Portal Pubmed bekannt sein dürfte.

Die Listung von Deutsches Ärzteblatt International (www.aerzteblatt.de/int/) in Medline erfolgte, nachdem das Deutsche Ärzteblatt in seiner deutschen Version in der Vergangenheit mehrfach mit Bewerbungen bei der NLM gescheitert war. Dabei war neben der Sprache auch die gemischte Struktur des Heftes mit seinem starken gesundheits- und sozialpolitischen Teil ein Hindernis. Es konnte daher leicht untergehen, dass die Medizinisch-Wissenschaftliche Redaktion des Deutschen Ärzteblattes in ihrer Rubrik Medizin jährlich etwa 120 Übersichts- und Originalarbeiten produziert – mehr als viele rein wissenschaftliche Periodika.

Etwa zur gleichen Zeit wie die National Library of Medicine entschied das in Philadelphia ansässige Unternehmen Thomson Reuters nach eingehender Prüfung, unserer internationalen Ausgabe einen Impact-Faktor zu verleihen. Die hierfür nötigen Analysen werden im Jahr 2009 beginnen, den ersten Impact-Faktor für Deutsches Ärzteblatt International erwarten wir für das Jahr 2011. Der Impact-Faktor als nach wie vor bedeutendster Maßstab zur Bewertung von Zeitschriften ist gegenwärtig aus der Evaluation von Universitäten, Instituten und Wissenschaftlern nicht wegzudenken. Viele Autoren, gerade aus Universitätskliniken und -instituten, sind daher darauf angewiesen, vornehmlich in Zeitschriften mit Impact-Faktor zu veröffentlichen. Aus diesem Grunde profitieren auch die Leser davon, wenn ihre Zeitschrift durch einen Impact-Faktor für Autoren noch attraktiver wird.
Die Bedeutung der Datenbanken für die Medizin wird durch die Zahl medizinischer Zeitschriften und Artikel verständlich. Zwar liegen keine gesicherten Angaben vor, allerdings bezieht allein die National Library of Medicine als die weltweit größte medizinische Bibliothek 23 000 Periodika, von denen rund 16 000 Zeitschriften im engeren Sinne sind, weniger als ein Drittel davon, ganz überwiegend englischsprachige Zeitschriften, sind in der Medline vertreten. Angesichts der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften und Artikel ernöglichen erst elektronische Datenbanken wie die Medline eine Recherche nach bestimmten Themen, ähnlich wie die Stichwort-Kataloge einer wissenschaftlichen Bibliothek Voraussetzung für die systematische Suche nach geeigneten Büchern sind.

Nach Angaben des Medizinischen Fakultätentages publiziert allein eine deutsche medizinische Fakultät im Durchschnitt etwa 1 000 Artikel in begutachteten Zeitschriften. Und zwischen Oktober 2007 und September 2008 hat die Medline über 670 000 Zitate neu indexiert, sodass die Datenbank nun rund 17 Millionen Einträge zählt – vom Leserbrief bis zum Originalbeitrag. Pro Monat werden mehr als 64 Millionen Suchanfragen an die Medline gerichtet. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die National Library of Medicine diesen Service allen Benutzern kostenfrei zur Verfügung stellt.

Obwohl also die Aufnahme von Deutsches Ärzteblatt International in die Medline, in gleicher Weise wie der Impact-Faktor, die wissenschaftliche Qualität der Rubrik Medizin des Deutschen Ärzteblattes bestätigt, handelt es sich nicht um einen Selbstzweck für uns, sondern dient der besseren Auffindbarkeit unserer Original- und Übersichtsarbeiten für die weltweite Ärzte- und Forschergemeinde. In diesem Sinne freuen wir uns auch darüber, dass mit den Datenbanken Embase und Scopus (Medizin), sowie mit PsycINFO (Psychologie) und Cinahl (Pflegewissenschaften) noch weitere Institutionen Deutsches Ärzteblatt International aufgenommen haben. Dies alles erhöht die Attraktivität des Deutschen Ärzteblattes – und davon sollen vor allem unsere Leser und Autoren profitieren.

Interessenkonflikt
Der Autor ist Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion des Deutschen Ärzteblatts.

Anschrift des Verfassers
PD Dr. med. Christopher Baethge
Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion

Welcome to the Club—Deutsches Ärzteblatt International Is Now Included in Medline and Will Receive an Impact Factor.

Dtsch Arztebl Int 2009; 106(1–2): 1
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0001

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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