ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2009Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen - Persistierende Folgen im Erwachsenenalter: Monokausale Diskussion
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LNSLNS In dem Artikel wird auf die Fetale Alkohol-Spektrum-Störung als „die häufigste Ursache von Lernstörungen“ und die sich daraus ergebenden Langzeitfolgen hingewiesen. Meiner Ansicht nach wird die Problematik aber zu monokausal diskutiert und nicht ausreichend auf die vielfältigen Differenzialdiagnosen von mental-kognitiven Entwicklungsstörungen eingegangen. Hierzu gehören zum Beispiel auch primäre Hirnanlagestörungen, Folgen extremer Frühgeburtlichkeit und psychosoziale Einflüsse. Einseitige Erklärungen können ungerechtfertigte Schuldzuweisungen und falsche Stigmatisierungen verursachen. Zur Diagnostik und Betreuung dieser Kinder gibt es in Deutschland seit über 20 Jahren mittlerweile flächendeckend 130 Sozialpädiatrische Zentren, in denen pro Jahr circa 200 000 Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsauffälligkeiten und Behinderungen aller Art behandelt werden. Hier erfolgen eine interdisziplinäre Mehrbereichs-Diagnostik mit Berücksichtigung der Ätiologie, eine Therapieeinleitung und eine Langzeitbetreuung durch Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin zusammen mit Heilmittel-Therapeuten, Psychologen und Sozialberatern. DOI: 10.3238/arztebl.2009.0010b

Prof. Dr. med. Hans Christian Straßburg
Universitäts-Kinderklinik
Josef Schneiderstraße 2, 97080 Würzburg
E-Mail: strassburg@mail.uni-würzburg.de
1.
Bode H: Sozialpädiatrische Zentren: Bei Entwicklungsstörungen im Kindesalter bewährt. Dtsch Arztebl 2007; 104(19): 1219. VOLLTEXT
2.
Straßburg, HM, Dacheneder VV, Kreß W: Entwicklungsstörungen bei Kindern – Praxisleitfaden für die interdisziplinäre Betreuung. München: Elsevier-Verlag 2008.
1. Bode H: Sozialpädiatrische Zentren: Bei Entwicklungsstörungen im Kindesalter bewährt. Dtsch Arztebl 2007; 104(19): 1219. VOLLTEXT
2. Straßburg, HM, Dacheneder VV, Kreß W: Entwicklungsstörungen bei Kindern – Praxisleitfaden für die interdisziplinäre Betreuung. München: Elsevier-Verlag 2008.

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