ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2009Elektronische Gesundheitskarte: BÄK gegen übereilten Onlinerollout

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Elektronische Gesundheitskarte: BÄK gegen übereilten Onlinerollout

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat sich gegen eine überstürzte Umsetzung der Onlinefunktionen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ausgesprochen. Damit wendet sie sich gegen die geänderte Strategie der Betreibergesellschaft Gematik, zügig nach Ausgabe der neuen Karten in Nordrhein-Westfalen und der schrittweisen Einführung der eGK im gesamten Bundesgebiet auch mit der Onlineanbindung der Leistungs- und Kostenträger zu beginnen.

„Solange fachliche wie auch grundsätzliche Fragen noch ungeklärt sind, können wir dem Onlinerollout der elektronischen Gesundheitskarte nicht zustimmen“, erklärte Prof. Dr. med. Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der BÄK. Bislang habe noch keine Evaluation der teilweise ernüchternden Testergebnisse stattgefunden, betonte Fuchs. „Deshalb bleiben wir bei unserer Haltung: Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.“

Neben dem Onlineabgleich der Versichertenstammdaten soll auch die Punkt-zu-Punkt-Kommunikation unter den Ärzten ausgebaut werden, um etwa den elektronischen Arztbrief zu ermöglichen. Die BÄK befürchtet aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit den unter politisch forciertem Zeitdruck durchgeführten Tests, dass eine überstürzte Entscheidung erneut zu schlechten Ergebnissen und praxisuntauglichen Lösungen führen wird.

„Die Bundes­ärzte­kammer hat dem Strategiewechsel nicht zugestimmt, weil durch das hastige Vorgehen erneut Chancen für eine echte Umstrukturierung des Projekts und eine Konsensbildung mit allen Beteiligten, insbesondere den Testärzten und den Ländern, vertan werden“, sagte Fuchs. Eine wesentliche Forderung der BÄK ist darüber hinaus, dass die Teilnahme der Ärztinnen und Ärzte am Onlinerollout freiwillig ist. KBr
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