ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2009Trauernde Eltern: Lebensqualität langfristig vermindert

Referiert

Trauernde Eltern: Lebensqualität langfristig vermindert

PP 8, Ausgabe Januar 2009, Seite 20

MS

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Verlust eines Kindes ist für Eltern eine Tragödie. Eine Langzeitstudie mit verwaisten Eltern, die an der Georgia State University durchgeführt wurde, zeigt jetzt, dass ein solches Ereignis auch noch viele Jahre später das Wohlbefinden beeinträchtigen kann. An der Studie nahmen 428 Eltern teil, die ihre Kinder zwischen dem Säuglingsalter und dem Alter von 34 Jahren verloren hatten. Der Verlust lag im Schnitt 18 Jahre zurück. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe berichteten die betroffenen Eltern von einem geringeren Wohlbefinden und weniger Lebensqualität sowie von mehr depressiven Symptomen, Gesundheits- und Eheproblemen. Die Überwindung der lähmenden Trauer gelang vor allem solchen Eltern, die einen Sinn in ihrem Leben sahen und weitere Kinder nach dem verstorbenen Kind hatten. Sie litten auch seltener unter Depressionen. Keinen Einfluss auf einen adäquaten Umgang mit der Trauer besaßen hingegen die Todesursache und die Zeit, die seit dem Verlust vergangen war. Stark depressive Frauen suchten sich soziale Unterstützung, um über den Verlust sprechen und ihn verarbeiten zu können. Auch Frauen, die sich allmählich von der Mutterrolle ablösten und sich stattdessen in die Arbeit stürzten, gelang es, ihre Depressionen zu reduzieren. „Der Rollenwechsel stärkte ihre innere Widerstandskraft“, so die Autoren. ms

Rogers C, Floyd F, Seltzer M, Greenberg J, Hong J: Long-term effects of the death of a child on parents’ adjustment in midlife. Journal of Family Psychology 2008; 22(2): 203–11.
Frank Floyd, Georgia State University, Dept. of Psychology, P.O. Box 5010, Atlanta (GA), E-Mail: ffloyd@gsu.edu
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema