ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2009Jerusalem: Schwer zu erreichen
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LNSLNSLNSLNS Kürzlich erschien im DÄ ein Bericht über das Hadassah Medical Center in Jerusalem, in dem Patienten ohne Unterschied zwischen Arm und Reich, politischer oder religiöser Zugehörigkeit behandelt werden. Allen dort Tätigen gebührt unsere ungeteilte Anerkennung. Das Krankenhaus wurde 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert. Vermisst habe ich bei diesem enthusiastischen Bericht jedoch den Hinweis darauf, dass es zurzeit Palästinensern und Beduinen im Westjordanland oder gar aus dem Gazastreifen nur unter extremen Schwierigkeiten gelingen kann, dieses medizinische Zentrum zu erreichen. Unter dem Argument der möglichen Sicherheitsgefahren für den Staat Israel muss jeder Araber zunächst von einem Krankenhaus im Westjordanland bzw. dem Gazastreifen eine Bescheinigung über den Behandlungsbedarf besorgen, mit der überhaupt erst ein Antrag auf Erlaubnis zum Grenzübertritt zur Behandlung in einem Krankenhaus in Israel gestellt werden kann. Eine Bewilligung dieses Antrags kann Tage bis Wochen dauern, sodass die Hilfe für zahlreiche Patienten zu spät kommt. Andere können sich die Fahrtkosten zu den Behörden erst gar nicht leisten – und dies bei mehreren Milliarden Euro zugesagter Soforthilfe aus Europa für die palästinensische Autonomiebehörde! . . .

Dr. med. Kathrin Tintelnot, Bachestraße 4,
12161 Berlin
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