ArchivDeutsches Ärzteblatt19/1997Terfenadin-haltige Antihistaminika wieder verschreibungspflichtig

POLITIK: Nachrichten - Ausland

Terfenadin-haltige Antihistaminika wieder verschreibungspflichtig

Thomas, Kurt

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LNSLNS LONDON. Antihistaminika, die den Wirkstoff Terfenadin enthalten, sollen in Großbritannien wieder unter die Verschreibungspflicht fallen. Das kündigte das Londoner Ge­sund­heits­mi­nis­terium an. Als Begründung werden die starken Nebenwirkungen dieser Arzneimittel angeführt. Britische Ärzteverbände haben diese Entwicklung begrüßt.
Seit 1982 sind nach Angaben des britischen Committee on Safety of Medicines 14 Patienten nach der Einnahme von Terfenadin-haltigen Antihistaminika gestorben. Das Komitee wies in einem Schreiben britische Ärzte und Apotheker darauf hin, daß nach wie vor überdurchschnittlich viele Nebenwirkungsmeldungen zu Antihistaminika eingingen, obwohl das Ge­sund­heits­mi­nis­terium die Präparate noch Mitte April als "sicher" bezeichnet habe. Das Ministerium räumte jetzt ein, daß in seltenen Fällen starke unerwünschte Nebenwirkungen aufträten. Probleme gebe es zum Beispiel, wenn die Präparate mit Grapefruitsaft eingenommen würden. In seltenen Fällen seien kardiologische Komplikationen beobachtet worden.
Nach Ablauf einer sechswöchigen Konsultationsfrist sollen die bislang freiverkäuflichen Antihistaminika nur noch gegen Rezept abgegeben werden. Inzwischen haben Frankreich, Luxemburg und Griechenland den Spezialitätenausschuß der Europäischen Arzneimittelagentur in London um eine Stellungnahme ersucht, mit der im Juni gerechnet wird. Kurt Thomas
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